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Arbeit  bewältigt  werden  kann.“  Daß  die  von  Jäger  gegebene
Anregung  nicht  auf  unfruchtbaren  Boden  fiel,  beweisen  die
am  31.  Mai  l.  J.  von  der  Königl  württembergischen  Ministe
rialabteilung  für  die  höheren  Schulen  erlassene  Reform  der
Lehrpläne  für  Gymnasien,  Realgymnasien  und  Öberrealschulen.?)


Im  März  d.  J.  hatte  die  Schulkommission  des  Ärztlichen
  Vereins  München  eine  gemeinschaftliche  Sitzung
mit  verschiedenen  Professoren  der  Münchener  Gymnasien,
um  gemeinsam  mit  diesen  über  einige  von  ihr  aufgestellte
Leitsätze  zu  diskutieren.  Dabei  wurde  auch  die  Hausaufgabenfrage
  angeschnitten,  und  man  kam  zu  dem  Schlusse,
daß  die  häuslichen  Arbeiten  beschränkt  werden  müßten.  Diese
Forderung  könne  ertüllt  werden,

a)  durch  erhebliche  Verminderung  der  deutschen  Hausaufgaben,

  die  gegen  Ende  der  Woche  eingeliefert
werden  sollen,  um  den  Sonntag  frei  zu  halten;

b)  durch  Einschränkung  der  täglichen  „Präparation“  bei
veränderter  Behandlung  der  Klassikerlektüre;

c)  durch  Beschränkung  der  Texte  der  häuslichen  Übersetzungen
  und  der  häuslichen  Arbeiten  in  den  mathematischen
  Fächern?)

Auch  der  „Deutsche  Verein  für  Schulgesundheitspflege“
  hatte  auf  seiner  diesjährigen  VI.  Jahresversammlung
  zu  Dresden  (am  6.  u.  7.  Juni  1906)  das  Thema  „Hausaufgaben‘
  auf  seiner  Tagesordnung  stehen.  Als  medizinischer
  Referent  sprach  Professor  Dr.  med.  et  phil,  Griesbach-Mülhausen
  i.  E.  Er  stellte  an  einer  größeren  Anzahl
von  Schülern  verschiedener  Schulklassen  fest,  wann  die  hauslichen
  Arbeiten  erledigt  werden,  wieviel  Zeit  sie  in  Anspruch

!)  Vergl.  diese  Arbeit  S.  81  ff.;  vergl.  ferner  die  Berichte  darüber  in  den
deutschen  Tageszeitungen.  (Magdeburg.  Zeitung  v.  6.  Juli  1906;  Schwäb.  Merkur

v.  5.  Juli  1906;  Deutsche  Warte  v.  6.  Juli  usw.)
2)  Vergl.  hierzu  den  ausführlichen  Bericht  über  die  Sitzung  in  der  Münchener

  Medizinischen  Wochenschrift  (1906,  No.  13);  ferner  „Gesunde
Jugend“  V.  Jahrg,  Heft  ıı/ı2,  S.  275;  außerdem  die  Berichte  in  den  Tageszeitungen,
  z.  B.  Münchener  Zeitung  v.  3.  Juli  1906,  Augsburger  Abendzeitung

v.  3.  Juli  1906  usw.