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Dazu  kommt  noch  als  Pflichtfach:  Turnen;  als  freiwillige
Fächer:  Latein,  Stenographie,  Freihandzeichnen  und  geometrisches
  Zeichnen  in  Klasse  VL

Soweit  die  Äußerungen  der  Behörden  in  der  Hausaufgabenfrage.
  Ich  habe,  um  einen  leichten  Vergleich  der  Normalsätze
in  den  einzelnen  Staaten  zu  ermöglichen,  dieselben  für  einige
Staaten  in  folgender  Tabelle  (S.  86)  zusammengestellt.

Die  Zeitansätze  von  2!/,—3  Stunden  für  tägliche  Hausaufgaben
  hat  man  vom  hygienischen  Standpunkte  aus
beanstandet.  So  sagt  Erismann  in  der  Zeitschrift  für  Schulgesundheitspflege,
  Band  ı5,  1902,  Seite  417:  „eine  durchschnittliche
  häusliche  Arbeitszeit  von  2!/,—3  Stunden  bei
s—6  Schulstunden  ist  auch  in  den  obersten  Klassen  für
Schüler  mittlerer  Begabung  zu  viel,  sie  bedeutet  für  etwas
schwächere  Schüler  wenigstens  3—4  Stunden  Hausarbeit,  und
also  9—  ı0  Stunden  geistiger  Tagesarbeit  —  eine  Leistung,  die
gar  wohl  bei  schwächeren  Individuen  zu  den  Erscheinungen
der  Überbürdung  Veranlassung  geben  kann.“

Wie  die  Tabelle  Seite  86  zeigt,  hat  Württemberg
für  die  mittleren  und  oberen  Klassen  die  niedrigsten  Zeitansätze.
  Der  Erlaß  der  Königl.  Württemberg.  Ministerialabteilung
  für  das  höhere  Schulwesen,  der  dieselben  verfügte,
stammt  vom  31.Mai.d.J.  Er  fand  allenthalben  in  der  Presse
die  freudigste  Aufnahme  und  günstigste  Beurteilung.  Sollte
es  möglich  sein,  für  die  oberen  Klassen  der  höheren  Lehranstalten
  mit  diesen  sehr  geringen  Zeitansätzen  das  Hausaufgabenpensum
  zuwege  zu  bringen,  was  ich  meinerseits,  selbstverständlich,
  wenn  der  Unterricht  in  der  Schule  seine  Aufgaben
vollständig  erfüllt,  wohl  für  möglich  halte,  so  dürfte  das
Beispiel  Württembergs  geeignet  sein,  vorbildlich  auf  andere
Staaten  zu  wirken.

Aus  den  vorstehend  angeführten  Verordnungen  ist  leicht
ersichtlich,  daß  die  Hausaufgabenfrage  eine  ganze  Anzahl
behördlicher  Verfügungen  gezeitigt  hat,  die  zum  Teil  so  weise
getroffen  sind  und  so  viele  Rücksichten  für  die  Schüler  enthalten,
  daß  die  Hygiene  in  keiner  Hinsicht  etwas  dagegen
einwenden  wird.  In  der  Praxis  liegt  allerdings  noch  manches
im  Argen,  und  hier  ist  vielfach  eine  Reform  unbedingt  notwendig.