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IH.
Das  Verhältnis  der  Hausaufgaben  zum  Unterricht.

Daß  nichts  aufgegeben  werden  darf,  was  nicht  in  der
Schule  gründlich  durchgearbeitet  und  vorbereitet  wurde,  daß
also  die  Hausaufgabe  aus  dem  Unterricht  herauswachsen  und
sich  ihm  eng  anschließen  muß,  ist  aus  den  vorstehenden  Ausführungen
  und  Verordnungen  genugsam  ersichtlich  und  auch,
wie  schon  erwähnt,  von  Scbulmännern  verlangt  worden.
Häusliche  Arbeiten  dürfen  niemals  als  Ersatz  dessen
angesehen  werden,  was  der  Untericht  zu  leisten  hat!)
und  zu  leisten  vermag.  Diesem  dienen  heute  zwar  verbesserte
  Lehrmethoden,  es  muß  aber  auch  eine  anregende
Lehrweise  hinzukommen,  welche  Teilnahme  des  Kindes  und
Liebe  zur  Sache  weckt.!).

Ein  anderer  wichtiger  Punkt  in  der  Frage  der  Hausaufgaben
  ist  der,  daß  die  letzteren  auf  das  Minimum  beschränkt
werden  müssen,  das  eben  notwendig  ist,  um  die  für
den  Unterricht  notwendige  Ergänzung  zu  schaffen.
Das  kann  nach  Ansicht  Schillers  und  anderer  durch  einen
intensiven  methodischen  Unterricht  erreicht  werden.  Daß
durch  diesen  intensiven  methodischen  Unterricht  keine  Überbürdung
  für  den  Schüler  in  dem  Unterricht  selbst  zu  entstehen
  braucht,  setzt  Schiller  in  seiner  Broschüre  ‚„‚Schularbeitund
  Hausarbeit?)  (Berlin,  Weidmann,  189  1)auseinander:
„Ich  möchte“,  so  sagt  er,  „schon  jetzt  gleich  eine  Besorgnis
beseitigen,  die  durch  das  Wort  ‚intensiv‘  bei  manchen
Lesern  hervorgerufen  werden  wird;  man  denkt  dabei  gern
daran,  daß,  wenn  man  alle  Lehrstunden  intensiv  erteilt,  die
Schüler  überbürdet  werden.  Dabei  wird  nur  übersehen,  daß,
wenn  der  Unterricht  methodisch  angelegt  ist,  die  einzelnen
Seelentätigkeiten  so  abwechselnd  und  einander  ablösend  ein-VERSEHEN



1)  Vergl.  Dr.  Wehmer,  Enzyklopädisches  Handbuch  der  Schulhygiene.
Leipzig  und  Wien,  Pichlers  Witwe,  1903,  S.  259,  zum  Abschnitt  „Häusliche
Aufgaben“  von  H.  Krollick.

9)  Schiller,  Schularbeit  und  Hausarbeit,  Berlin,  Weidmann,  1891,
S.  13/14.