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den  unteren  und  mittleren  Stufen  für  möglich,  daß  man  auch
ohne  schriftliche  Hausaufgaben  auskommt.

Für  die  fremdsprachliche  Lektüre  empfiehlt  es  sich,
den  Schülern  im  Unterrichte  die  für  die  folgende  Lektürestunde
  in  Betracht  kommenden  neuen  Wörter  schon  vorher
zu  diktieren.  Professor  Martin  Hartmann-Leipzig  schlägt
auf  der  Dresdner  Versammlung  des  Deutschen  Vereins  für
Schulgesundheitspflege  vor,  die  fremdsprachliche  Lektüre  in
der  Klasse  selbst  gemeinsam  mit  den  Schülern  zu  präparieren.
Er  verlangt  also  von  den  Schülern  nicht  eine  Präparation,
sondern  sozusagen  eine  Postparation.!)  Nach  der  Altersstufe
mag  hier  das  eine  oder  andere  gewählt  werden.

Wir  kommen  zu  den  mathematischen  Fächern.
Schriftliche  Hausaufgaben  können  in  diesen  nicht  entbehrt
werden,  sie  sind  nötig  zur  Einübung  der  im  Unterricht
erlernten  Methoden  und  zur  Befestigung  des  Verständnisses.
  Der  Gefahr  der  Überbürdung  begegnet  man  u.  a.
wirksam  durch  sorgfältige  Auswahl  und  genaue  Vorbereitung.
Was  die  Stoffauswahl  anlangt,  so  ist  die  Nutzlosigkeit  langwieriger
  Rechnungen  oder  umständlicher  Konstruktionen  wohl
allgemein  anerkannt,  zu  wenig  vielleicht  noch  der  Unwert
gewisser  eingekleideter  Aufgaben,  die  einem  der  Schule  entlegenen
  Gebiete  entnommen  sind,  oder  die  einen  an  sich  einfachen
  Zusammenhang  verschleiern.?)  Schiller  hat  auch  die
Notwendigkeit  der  schriftlichen  Hausarbeiten  für  die  mathematischen
  Disziplinen  erkannt  [indessen  will  er  sie  für  die
drei  untersten  Klassen  möglichst  beschränkt  wissen,  da  sie
selten  allein  angefertigt  werden].?)  Sie  sollen  dem  Schüler  die
nötige  Sicherheit  und  Grewandtheit  in  Ausführung  der  Rechenund
  Konstruktionsoperationen  verleihen.*)  Es  ist  alles  zu
vermeiden,  was  eine  zu  große  Arbeitslast  auferlegt,  ohne  daß
der  geistige  Gewinn  dazu  im  richtigen  Verhältnis  steht,  also

1)  Bericht  über  die  Verhandlungen  der  VII.  Jahresversammlung  des  Allgemeinen
  Deutschen  Vereins  für  Schulgesundheitspflege,  Ergänzungsheft  zu
„Gesunde  Jugend“,  Bd.  VI,  1906,  S.  84.

9)  Gutachten  meines  Kollegen  Herm  Prof.  L.  Balser-  Darmstadt.

8)  Schiller:  Schularbeit  und  Hausarbeit,  Berlin,  Weidmann  1891,  S.  30.

4)  Schiller:  Handbuch  der  prakt.  Pädagogik,  Leipzig,  Reisland  1904,
S.  697.