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Auf  Grund  von  über  300  Haus-  und  ebensolchen  Schulaufsätzen,
  die  stets  unter  relativ  gleichen  Bedingungen  gefertigt
  wurden,  kam  er  zu  folgendem  Ergebnis:

ı.  Das  Schulkind  kommt  zu  einer  flotten  „stilistischen“
Darstellung,  wenn  es  sich  nicht  mit  literarisch-realistischen
Stoffen  abplagen  muß,  sondern  originell-kindertümliche  Eigenerlebnisse
  niederschreiben  darf.

2.  Der  literarisch  -realistische  Aufsatztypus  bringt  Einformigkeit
  in  den  Stil,  klebt  sehr  an  der  Form,  unterdrückt
die  freie,  sprudelnde  Kindersprache  und  verhindert  so  die
Entfaltung  eines  .schönen  Stückes  kindlichen  Seelenlebens.

3.  Die  freien  Aufsätze  dienen  dem  wirklichen  Leben  mehr
als  die  andern  und  erhöhen  die  Ausdrucksfähigkeit  in  ganz
anderm  Grade.

4.  Unvorbereitete  Haus-  und  Schulaufsätze  steuern  dem
Aufsatzziele  sicherer  zu  als  wohlvorbereitete,  gut  disponierte
Realienstoffe,  die  als  „Aufsatz“.  keinen  sonderlichen  Wert
haben.

5.  Das  Fehlen  von  Komplexen  und  Elementen  ist  Typus
der  häuslichen,  die  überflüssigen  Zutaten  von  solchen  jener
der  schulischen  Fehler.

6.  Der  Prüfungsgedanke  kann  sowohl  vorsätzlich  zu
guten,  aber  auch  zu  minderwertigen  Leistungen  führen,  was
an  den.  entsprechenden  Hausaufsätzen  gemessen  werden
konnte.

Im  allgemeinen  hat  sich  gezeigt,  daß  der  Hausaufsatz
qualitativ  besser  ausfiel  als  der  Schulaufsatz,  wenn  das  Schulkind
  vor  allem  Zeit  und  Ruhe  hat,  in  der  die  ausmalende
Phantasie,  der  kombinierende  Verstand,  die  Tiefe  des  Gedächtnisses
  einen  mannigfaltigeren  Sprachreichtum  produziert.  Die
künstlerisch  und  ästhetisch  wirken  wollenden  Aufsatztheoretiker
finden  in  dem  ganzen  Verfahren  die  psychologische  Quelle
und  Begründung  und  damit  zugleich  den  Maßstab  tür  die
Wahrheit  ihrer  nur  auf  konstruktivem  Wege  dogmatisch  gewonnenen
  Anschauungsweisen.

Im  Anschluß  an  Schmidt  müssen  die  fein  motivierten

Ausführungen  Prof.  Dr.  E.  Meumanns  in  seiner  Abhandlung

„Haus-  und  Schularbeit“,  Experimente  an  Kindern  der