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Volksschule  (Leipzig,  Klinkhardt  1904)  hervorgehoben  werden.
Wenn  auch  die  Folgerungen  Meumanns,  ebenso  wie  diejenigen
vorhin  von  Schmidt,  sich  auf  Volksschulverhältnisse  aufbauen,
so  würden  wir  es  als  eine  große  Lücke  in  unseren  Ausführungen
  betrachten,  wenn  wir  sie  hier  außer  acht  liessen,
denn  ohne  Frage  werden  sie  mehr  oder  weniger  auch  für
die  höheren  Schulen  gültig  sein.  Meumann  sagt  mit  Bezug
auf  den  Wert  der  Hausaufgaben:  Man  kann  als  allgemeinstes
Resultat  der  Versuche  bezeichnen,  daß  die  Hauptfrage,  ob
Hausarbeit  oder  Schularbeit  vorzuziehen  sei,  durchaus  gegen
die  Hausarbeit  entschieden  werden  muß,  sowohl  mit  Bezug
auf  Quantität  wie  Qualität,  daß  aber  diese  Regel  gewisse,
sehr  beachtenswerte  Einschränkungen  erleidet.!)

Die  Hausarbeit  wird  um  so  wertvoller,  je  mehr  die  Arbeit
des  Kindes  den  Charakter  einer  individuellen  Leistung  annimmt,
  die  ein  persönliches  Gepräge  tragen  soll,  und  je  mehr
die  höheren  geistigen  Tätigkeiten  (wie  Phantasie  und  Urteil
und  in  sprachlicher  Hinsicht  Darstellungsgabe  und  Stil)  bei
ihr  in  Betracht  kommen;  die  Schularbeit  ist  dagegen  um  so
wertvoller,  je  mehr  die  Arbeit  den  Charakter  einer  mechänischen,
  gedächtnismäßigen  Leistung  trägt  und  je  weniger
persönliches  Gepräge  sie  zu  zeigen  braucht.  Es  ist  daher
für.  die  Hausarbeit  speziell  günstig  der  deutsche  Aufsatz  in
den  höheren  Klassen  und  vielleicht  Arbeiten  wie  geometrische
  Konstruktionsaufgaben,  auch  Zeichnen  und  Modellieren;
  dagegen  muß  der  gewöhnlichen  Schulpraxis  durchaus
widersprochen  werden,  wenn  sie  gerade  das  gedächtnismäßige
Lernen  und  das  schriftliche  Rechnen  „dem  Hause“  überläßt;
das  erzeugt  bei  der  erwiesenen  Minderwertigkeit  gerade  dieser
Hausarbeiten  eine  unzuverlässige  und  ungenaue  Befestigung
des  Gedächtnismaterials,  die  der  Schule  zum  Nachteil  gereichen
  muß  (vgl  auch  hierüber  bei  Schmidt.)?)  Der  Wert  der
hauslichen  Arbeiten  nimmt  mit  den  Jahren  zu  und  erlangt
wohl  erst  in  den  beiden  letzten  Schuljahren  des  achtjährigen
Schulbetriebes  überhaupt  den  Wert,  der  die  Hausarbeit  als

1)  Dr.  E.  Meumann:  Haus-  und  Schularbeit,  Experimente  an  Kindern
der  Volksschule.  Leipzig  1904,  Klinkhardt.
9)  Ebenda  S.  53.