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bei  der  Beurteilung  der  Schüler  recht  gut  zu  statten;  dabei
erforderte  ihre  Durchsicht  nur  kurze  Zeit.  Das  Moment  der
Oberflächlichkeit  wird  sich  eben  verringern,  wenn  der  Schüler
niemals  das  (Grefühl  hat,  heute  komme  ich  nicht  „dran“,  er
muß  immer  mit  dem  Umstande  rechnen,  daß  er  das  aufgegebene
  Pensum  abgefragt  wird.  Daß  natürlich  auch  nicht
zuviel  zugemutet  werden  darf  an  Hausarbeit,  ist  selbstverständlich,
  nur  maßvolles  Aufgeben  wird  es  dem  Schüler  ermöglichen,
  den  Lernstoff  gründlich  und  gewissenhaft  zu  bewältigen.


Des  weiteren  hat  die  Erfahrung  gelehrt,  daß  die  Haus-"aufgaben
  geeignet  sind,  den  Schüler  zur  Unehrlichkeit
und  Lüge  zu  erziehen;  also  auch  mit  dieser  Tatsache  müssen
wir  rechnen,  doch  wollen  wir  vorher  nicht  unbemerkt  lassen,
daß  sich  im  Leben  des  Schulkindes  auch  innerhalb  des
Unterrichtes  und  auch  den  Eltern  gegenüber  (ich  sehe  hier
ab  von  den  Hausaufgaben)  noch  hinreichend  andere  Veranlassungen
  bieten,  die  das  Kind  vom  Wege  der  Wahrheit
abbringen.  Ich  erwähne  hier  als  Beispiel  nur  das  Vorflüstern,
Spicken,  faule  Ausreden  aller  Art  dem  Lehrer  gegenüber,
ich  erwähne  ferner  das  Verheimlichen  schlechter  Klassenarbeiten
  den  Eltern  gegenüber,  ich  erwähne  weiter  die  vielen
Fälle  von  Schulhinterziehung  aus  anderen  Gründen  als  wegen
Nichtanfertigung  der  Hausaufgaben.  Doch  kommen  wir  auf
die  Hausaufgaben  zurück.  Meines  Erachtens  sollte  als  wichtiger
  Grundsatz  der  gelten,  nicht  gleich  jede  erreichbare
Hilfe  im  Elternhause  zum  Betrug  zu  stempeln.  Wir  müssen
uns  gefallen  lassen,  daß  das  Kind  seitens  der  Eltern  oder
Greschwister  bei  der  Anfertigung  schriftlicher  Hausarbeiten
jeder  Art,  wenigstens  auf  den  untersten  Stufen,  geholfen  bekommt.
  Wir  müssen  uns  ferner  gefallen  lassen,  daß  die
Schüler  der  oberen  Klassen  bei  Anfertigung  eines  Hausaufsatzes
  Material  aus  fremden  Büchern  zusammentragen.
Wir  müssen  ferner  damit  rechnen,  daß  bei  der  fremdsprachlichen
  Lektüre  zu  Hause  Übersetzungen,  Schlüssel  usw.  benutzt
  werden,  und  daß  auch  gelegentlich  bei  den  Mathematikaufgaben
  den  Schülern  Auflösungen  zur  Verfügung  stehen.
Wir  müssen  ferner  damit  rechnen,  daß  manche  Schüler  die