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die  Arbeit  auseinanderzureißen,  so  geht  viel  Zwischenzeit
vertrödelt,  der  ganze  Nachmittag  wird  auf  diese  Weise  in
Anspruch  genommen  für  eine  Arbeit,  die  vielleicht  nur
1?/,  Stunden  erfordert  hätte,  und  zur  Freiluftbewegung  bleibt
nichts  mehr  übrig.  Leider  stützen  die  Eltern  ihre  Überbürdungsklagen
  oft  auf  solche  langsam  arbeitenden  Kinder,  die
ohne  den  nötigen  Ernst  über  den  Büchern  sitzen  nnd  durch
allerlei  Nebenbeschäftigungen  während  der  Arbeit  zu  keinem
Ende  kommen.  Hier  ist  es  Pflicht  der  Eltern,  sich  zu  überzeugen,
  ob  auch  ihre  Kinder  wirklich  arbeiten.

Bei  Memorierarbeiten  kommt  es  allerdings  öfters  vor,
daß  die  Kinder  nicht  alles  auf  einmal  lückenlos  zuwege
bringen  könnent);  in  diesem  Falle  muß  wenigstens  die  Hauptarbeit
  mit  dem  andern  Aufgabenstoff  erledigt  werden.

Ein  weiterer  Gesichtspunkt  bei  der  Hausaufgabenfrage
ist  der,  daß  keine  Aufgaben  vor  dem  Schulbeginne
vormittags  und  nachmittags  angefertigt  werden  und  selbstverständlich
  auch  keine  vom  Vormittag  auf  den  Nachmittag
aufgegeben  werden  dürfen.  Was  das  Arbeiten  vor  dem  Vorund
  Nachmittagsunterricht  betrifft,  so  wurde  in  einer  Obertertia
  festgestellt,  daß  unter  48  Schülern  ı3  (27°/,)  vor  dem
Vormittagsunterricht  arbeiten  und  27  (56°/,)  unter  Mittag  die
Aufgaben  auf  den  Nachmittag  erledigen.  In  einer  Unterprima
  arbeiten  unter  23  Schülern  ı4  (61°/,)  vor  dem  Vormittagsunterricht
  und  8(35°/,)  unter  Mittag  für  den  Nachmittagsunterricht.
  In  den  übrigen  Klassen  wird  es  kaum
anders  aussehen.  Hier  können  die  Ermahnungen  der  Lehrer
und  das  Machtwort  der  Eitern  manches  bessern.

Wenn  diese  Arbeit  vor  dem  Unterricht,  abgesehen  von
pädagogischen  Gründen,  hygienisch  auch  nicht  zu  billigen  ist,
da  sie  die  zusammenhängende  Arbeitszeit  der  Schüler  vermehrt
  und  geeignet  ist,  eine  gewisse  Hast  ins  Arbeiten  zu
bringen,  so  ist  sie  doch  psychologisch  begreitlich  und  aus
diesem  Grunde  nicht  ganz  zu  verbannen.  Wie  schon  vorher
bemerkt  wurde,  haben  manche  Kinder  bei  mehr  gedächtnismäßigen
  Aufgaben  unbedingt  noch  einmal  nötig,  die  schon

1)  Vergl.  diese  Arbeit  S.  93.