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Arbeiten.  Man  sorge  insbesondere  im  Winter  für  ein  gleichmäßig
  durchgeheiztes  Zimmer,  derart,  daß  die  Temperaturunterschiede
  zwischen  den  Luftschichten  am  Fußboden  mit
denen  der  Kopfhöhe  nicht  allzusehr  differieren.  (18°  Celsius
in  Kopfhöhe),.  Man  vermeide  selbstverständlich  die  Überheizung
  des  Arbeitsraumes  und  lasse  das  Kind  beim  Arbeiten
keinen  Platz  in  der  Nähe  eines  Ofens  wählen,  der  es  mit
seiner  Wärme  bestrahlt.  Bei  der  Ventilation  ist  dabei  darauf
  zu  achten,  daß  das  Zimmer  bei  geöffnetem  Fenster  nicht
zu  sehr  abgekühlt  wird,  was  gewöhnlich  beim  allzulangen
Öffnen  des  Fensters  der  Fall  ist;  es  ist  vielmehr  ratsam,
wenige  Augenblicke  Fenster  und  Tür  aufzumachen,  einen
Durchzug  der  Luft  zu  schaffen  und  dann  wieder  zu  schließen.
Erforderlich  ist  es  weiter,  daß  das  Kind  nicht  bei  der
Arbeit  durch  läarmende  Umgebung  gestört  wird,  es  wird
gerade  in  dieser  Beziehung  oft  den  Kindern  sehr  viel  zugemutet.
  Eine  störende  Umgebung  lenkt  die  Kinder  von  der
Arbeit  ab,  zieht  diese  in  die  Länge,  beeinträchtigt  die  Gründlichkeit
  und  stellt  bei  dem  Arbeitenden  äußerst  hohe  Anforderungen
  an  die  Nerventätigkeit.!)  Hygienisch  wichtig  ist
es  auch,  und  das  dürfte  hier  noch  erwähnt  werden,  obwohl
es  eigentlich  in  einen  andern  Zusammenhang  gehört,  daß  der
Hals  des  arbeitenden  Kindes  möglichst  frei  sei.  Hohe  anschließende
  Kragen  geben  bei  der  mit  der  Arbeit  unbedingt
verbundenen  Neigung  des  Kopfes  nach  vorn  Anlaß  zu  Störungen
  des  Kreislaufes  und  deren  Folgeerscheinungen.

VL.
Der  Privatunterricht.

Wir  haben  in  einem  der  vorhergehenden  Abschnitte  besonderen
  Wert  darauf  gelegt,  daß  das  Elternhaus  den  Kindern
die  Möglichkeit  und  Zeit?)  zur  Anfertigung  der  Hausarbeiten

I)  Vergl.  hierzu  auch  die  Ausführungen  von  Meumann,  Haus-  und
Schularbeit.  Leipzig,  Klinkhardt,  1904,  S.  43—47-#)

  Insbesondere  ist  es  auch  notwendig,  daß  die  Eltern  nicht  durch  die
Gewährung  allerlei  Vergnügungen  im  Übermaß  (Wirtshausbesuche,  Besuche
von  Bällen,  Varietes)  es  den  Kindern  unmöglich  machen,  die  Pflichten  gegen
die  Schule  zu  erfüllen.  D.  :  Verf.