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vor  der  Versetzung  noch  erheblich  erhöhen.  Ein  Schüler
beispielsweise  hat  wöchentlich  2  Privatstunden  in  der  Mathematik,
  2  Violinstunden,  für  die  er  täglich  !/,  Stunde  übt  und
2  Stenographiestunden,  sein  Vater  ist  Gastwirt  und  beschäftigt
  ihn  jeden  Tag  mehrere  Stunden  in  der  Wirtschaft.  Solche
Beispiele  wird  es  noch  mehr  geben.  Daß  unter  solchen  Umständen
  nicht  viel  Zeit  und  Interesse  für  die  Hausarbeit  übrig
bleibt,  ist  klar.  Waetzold  hat,  wie  Burgerstein  mitteilt,  für
eine  höhere  Mädchenschule  in  Berlin  Erhebungen  über  Musikunterricht
  gemacht:  von  den  380  g!/,—ıq!/sjährigen  Schülerinnen
  hatten  63°/,  täglich  Musikübung  und  zwar  durch  längere
Zeit,  als  jene,  die  sie  zur  Hausarbeit  für  die  Schule  brauchten.!)

Noch  eine  andere  Tätigkeit  der  Schüler,  insbesondere
derjenigen  der  Öberklassen,  die  in  vielen  Anstalten  geradezu
  als  einträgliches  Greschäft  betrieben  wird,  ist  geeignet,
die  Schüler  übermäßig  in  Anspruch  zu  nehmen,  das  sind  die
von  älteren  Schülern  an  jüngere  erteilten  Privatstunden.  Ich
habe  mich  an  anderer  Stelle  über  diesen  Privatunterricht  geäußert
  und  halte  auch  hier  wieder  an  der  Forderung  fest,
daß  dieser  Unterricht  aufs  strengste  kontrolliert,  auf  ein
Minimum  beschränkt  und  nur  bei  wirklicher  Bedürftigkeit  des
Erteilenden  gestattet  werde.?)  Es  ist  eine  Tatsache,  daß  sich
manche  Primaner  bei  diesen  Stunden,  bei  denen  gewöhnlich
das  minderwertigste  Material  unterrichtet  wird,  vollständig
abarbeiten.

Vor  jedem  geplanten  Privatunterricht,  sei  er  wissenschaftlicher
  oder  anderer  Art,  sollte  der  Lehrer,  ja  eventuell  der
Arzt,  seitens  der  Eltern  um  seine  Ansicht  befragt  werden.

Zu  der  Vorschrift  mehrerer  Staaten,  daß  bei  fakultativem
Unterricht  nur  ein  Fach  gewählt  werden  darf,  wäre  hinzuzufügen,
  daß  nür  solche  Schüler  am  fakultativen  Unterricht
teilnehmen  dürften,  die  in  jeder  Hinsicht  den  obligatorischen
Fächern  gewachsen  sind.  |

»)  Burgerstein-Netolitzky:  Handbuch  der  Schulhygiene.  2.  Aufl.
Jena,  Fischer,  1902,  S.  671/672.

2)  Vergl.  Roller:  Die  Beschäftigung  der  Schüler  der  höheren  Lehranstalten
  außerhalb  der  Schule,  vom  gesundheitlichen  Standpunkte  aus  betrachtet.
  (Verhandlungen  des  I.  Internat.  Kongresses  für  Schulhygiene  zu
Nürnberg.  Nürnberg,  Schrag,  1905,  Bd.  IV,  S.  282.)

Roller,  Hausaufgaben  und  höhere  Schulen.  9