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punkt  jeder  kirchlichen  und  weltlichen  Ordnung  bilde.  Erst  der  Bußgang  Heinrichs  nach  Canossa  1077  zwingt  den
Papst,  den  Kaiser  vom  Bann  zu  lösen.

Hatten  schon  die  unzähligen  Römerzüge  der  Kaiser  viel  edles  deutsches  Blut  gekostet,  so  nicht  minder  die  7K  REUZ=2U06E
  (1096-12709),  bie  das  neu  erstarkte  Papsttum  ins  Leben  ruft.  Sie  bedeuten  einen  Zusammenstoß  größten
Ausmaßes  zwischen  Morgen=  und  Abendland.  Ihre  wirtschaftlichen  und  kulturellen  Folgen  sind  außerordentlich.
Sie  erstrecken  sich  zunächst  vor  allem  auf  Italien.  Aber  auch  in  Deutschland  wirken  sie  infolge  des  riesigen  Heeresbedarfs
  anregend  auf  die  gewerkliche  Produktion.  Die  Städte  erhalten  eigene  Gerichte.  In  ihnen  schließen  sich  die
Gewerbetreibenden  zusammen,  um  Absatz,  Preis  und  Qualität  der  Ware  zum  gegenseitigen  Schutz  zu  vereinbaren.
  Hieraus  entstehen  später  die  Zünfte.

Aber  auch  das  Kaisertum  erlebt  einen  neuen  Aufschwung  unter  dem

GESCHLECHT  DER  HOHENSTAUFEN  CrrSS12J2).

I138-1152  Konrad  III.  1152-1190  Friedrich  I.  Barbarossa  1190-1197  Heinrich  VI.  1198  Doppelwahl:
Philipp  v.  Schwaben  (üngster  Sohn  Friedr.  Barbarossas)  Otto  IV.  v.  Braunschweig  (Sohn  Heinrichs  d.  Löwen)
1219—12J0  Friedrich  II.

Unter  ihnen  ragt  als  erster  FRIEDRICH  BARBAROSSA  hervor.  Sein  Kampf  mit  Heinrich  dem  Löwen,
der  die  Italien-Politik  des  Kaisers  ablehnt,  um  sich  der  echt-nationalen  Aufgabe  einer  östlichen  Kolonisation  zuzuwenden,
  entbehrt  nicht  einer  tragischen  Ironie.  Im  ganzen  aber  bezeichnet  die  Stauferzeit  den  Höhe=  und
Wendepunkt  mittelalterlichen  Lebens.  Die  wohlgerüstete  Ritterschaft  ist  auch  sozial  und  geistig  der  führende
Stand.  Die  Dichtkunst  geht  von  den  Geistlichen  auf  sie  über,  befruchtet  von  glänzenden  Taten  der  großen  Nachfolger
  Barbarossas,  von  denen  vor  allem  HEINRILCH  VI.  und  FRIEDRICH  II.  Außerorbentliches  geleistet
haben.  Dann  aber  findet  das  deutsche  Kaisertum  in  Italien  sein  Schicksal:  1268  büßt  derlebte  Staufe  Konradin
mit  seinem  jungen  Leben  die  zwar  machtvolle,  doch  aber  fehlgeleitete  Politik  seines  Hauses.

Das  INTERRECGCNUM  2J6—1273,

d.  h.  die  „kaiserlose,  die  schreckliche  Zeit“„läßt  das  Reich  zerfallen.  Die  Reichsgüter  werden  teils  von  den  Fürsten,
teils  von  Klöstern  und  Städten  in  Besitz  genommen.  Deutschland  löst  sich  in  Einzelstaaten  auf:  aus  der  Schar
der  Fürsten  erheben  sich  die  sieben  mächtigsten.  Sie  bringen  das  Vorrecht,  allein  den  deutschen  König  zu  „küren“,
in  ihre  Hand  und  lassen  sich  dieses  1356  durch  die  „Goldene  Bulle“  bestätigen.  Rasch  verlagert  sich  das  politische
Schwergewicht  Europas,  das  bis  dahin  unbestritten  in  der  Verbindung  zwischen  Papst  und  deutschem  Kaisertum
gelegen  hat,  auf  die  Nachbar=  und  Randstaaten:  Frankreich,  England,  Polen,  Dänemark  und  Spanien  erstarken,
und  den  deutschen  Grenzen  nähern  sich  bereits  die  Osmanen.  Da  tritt  gegen  Ende  des  Mittelalters  ein  eigentümlicher
  Umschwung  ein,  der  das  aufgeblühte  Spanien  mit  der  bedeutenden  deutschen  Hausmacht  Osterreich  vereinigt
  und  die  mittelalterlichen  Gedanken  des  katholischen  Kaisertums  und  des  Kampfes  gegen  den  Islam  noch
einmal  aufnimmt.  Die  Wahl

RUDOLF  VON  HABSBURGS  C273—1291)

zum  deutschen  König  leitet  diese  Entwicklung  ein,  die  im  Zeitalter  der  Reformation  ihren  Höhepunkt  und  teilweisen
  Abschluß  findet.  Auf  dem  Wege  dahin  seien  folgende  Marksteine  genannt:

AUFSTIEC  DER  STADTE.
1266  Begründung  der  Hanse.  1377—1380  süddeutscher  Städtekrieg.

BEGCINN  EINER  WIRTSCHAFPTLICHEN  BLUTEZETT:

1330Erfindung  des  Schießpulvers,  138  1Anfertigungvon  Schießgewehren,  14  50  Erfindungder  Buchdruckerkunst.
Erste  REFORMATORISCHE  BESTREBUNGCEN  durch  den  Prager  Professor  Johann  Hus,  der  auf  der
großen  Kirchenversammlung  zu  Konstanz  1414-1418  als  Kebzer  verurteilt  wird.  Hieraus  entwickeln  sich  die
Hussitenkriege,  1419-1436.  Unter  Führung  der  Feldherren  Johann  Ziska  und  Prokop  ziehen  die  tschechischen
Bauern  plündernd  durch  Deutschland  und  dringen  bis  zur  Ostsee  vor.  Nur  mit  Mühekommtein  Friede  zustande.
Mit  der  ENTDECKUNG  AMERIKAS  140  2,  bie  das  Aussehen  der  europäischen  Welt  von  Grund  auf  ändert,
beginnt  alsdann  die  neuere  Geschichte.

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