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als  Hilfstruppe  für  den  geplanten  Feldzug  gegen  Rußland  zur  Verfügung  zu  stellen.  General  Borck  wird  mit  der

Führung  des  preußischen  Korps  betraut.
Im  Frühjahr  1  812  marschieren  die  ungeheuren  Truppenmassen  nach  Rußland.  Fast  alle  Nationen  Europas  sind
vertreten.  Die  Russen  weichen  kampflos  in  das  Innere  des  Landes  zurück.  Napoleon  versucht  vergeblich,  sie  zur

Entscheidungsschlacht  zu  stellen.  Als  er  am  14.  September  1812  daslangersehnte  Ziel,  die  Hauptstadt  MOSKAU,

erreicht,  erwarten  ihn  keine  Friedensunterhändler,  sondern  eine  ausgestorbene  Stadt.  Unheimliche,  von  den  Russen
angelegte  Brände  flackern  überall  empor.  Bald  ist  die  ganze  Stadt  ein  riesiges  Flammenmeer.  Napoleon  muß
Moskau  verlassen.  Und  nun  bricht  das  Gottesgericht  über  die  völlig  zermürbte  Armee  herein.  Im  Dezember  1812
erreichen  die  erbarmungswürdigen  Reste  der  Großen  Armee  die  preußische  Grenze;  von  COooooo  Mann  haben  sich
nur  45000  retten  können.

Das  preußische  Korps  unter  Borck  hat  nicht  am  Zuge  der  Großen  Armee  nach  Moskau  teilgenommen,  sondern  ist
in  Kurland  verwendet  worden.  Borck  schließt  nunmehr,  nach  schweren  inneren  Kämpfen,  am  30.  Dezember  1812
mit  dem  russischen  General  Diebitsch  die  Konvention  von  TAUROCCEN  ab,  womit  sich  das  preußis  che  Korps
von  der  französischen  Armee  loslöst  und  sich  für  neutral  erklärt.  Friedrich  Wilhelm  III.,  noch  ganz  von  der  Machtsphäre
  Napoleons  umfangen,  mißbilligt  diesen  Schritt.  Aber  Borck  läßt  sich  nicht  irremachen.  Er  geht  mit  seinem
Korps  nach  Königsberg,  wo  inzwischen  auch  der  Freiherr  vom  Stein  eingetroffen  ist.  Beide  Männer  nehmen  in  Ostpreußen
  sofort  das  Befreiungswerk  in  Angriff.  Der  Ständetag  wird  einberufen,  ein  Bericht  an  den  König  abgesandt,
  Landwehr  und  Landsturm  aufgeboten—die  jahrelang  herbeigesehnte  Volkserhebungnimmt  ihren  Anfang.
Berlin  ist  noch  von  französischen  Truppen  besetzt,  das  Bündnis  mit  Frankreich  besteht  noch  zum  Scheine;  aber
die  Gärung  im  Lande  nimmt  gewaltig  zu,  und  im  geheimen  sind  schon  Bündnisverhandlungen  mit  Rußland  im
Gange.  Friedrich  Wilhelm  III.  begibt  sich  daher  am  22.  Januar  1  813  nach  Breslau,  wo  er  vor  französischen  Eingriffen
  sicher  ist.  Am  3.  Februar  813  erläßt  Hardenberg  im  Auftrage  des  Königs  den  Aufruf  zur  Bildung  freiwilliger
  Jägerkorps.  Zu  Tausenden  strömen  Freiwillige  aller  Stände  herbei.  Die  Beschaffung  von  Waffen  und
die  Ausrüstung  der  Freiwilligen  wird  durch  ein  großartiges  Hilfswerk  des  ganzen  Volkes  ermöglicht.  Am  16.  März
wird  an  Frankreich  der  Krieg  erklärt.  Am  17.  März,  dem  gleichen  Tage,  an  dem  der  berühmte  „AUFRUF  AN
MEIN  VOL“  ergeht,  zieht  Borck  mit  seinem  Korps  unter  dem  Jubel  der  Bevölkerung  in  Berlin  ein.  Er  hat
sein  Ziel  erreicht:  Das  Volk  steht  auf,  der  Sturm  bricht  los!

Der  Frühjahrs-Feldzug  des  Jahres  1813  verläuft  für  die  Verbündeten  keineswegs  glücklich.  Napoleon  ist  mit
seinem  neu  aufgestellten  Heer  bis  zur  Saale  vorgedrungen  und  beginnt  Ende  April  den  Vormarsch.  Die  Verbündeten
  greifen  ihn  bei  CROSSCORSCHEN  an,  werden  aber  empfiydlich  geschlagen  und  müssen  hinter  die  Elbe

zurückweichen.  Bei  Bautzen  kommt  es  zu  einer  zweiten  großen  Schlacht,  die  die  Verbündeten  wiederum  verlieren.

Der  Rückzug  nach  Schlesien  läßt  sich  nicht  vermeiden,  die  Franzosen  besetzen  sogar  Breslau.  Oer  Waffenstillstand
von  Poischwitz  unterbricht  für  kurze  Zeit  die  Kämpfe  und  wird  von  beiden  Parteien  zur  Verstärkung  ihrer  Armeen
ausgenutzt.  Währenddessen  ändert  sich  die  politische  Lage  zugunsten  der  Verbündeten:  Am  12.  August  1813
übergibt  auch  Osterreich  die  Kriegserklärung  an  Frankreich,  ebenso  treten  England  und  Schweden  dem  Bündnis
bei.  Drei  große  Armeen  unter  Schwarzenberg,  Blücher  und  dem  Kronprinzen  von  Schweden  werden  gebildet.

Schon  zu  Beginn  des  Herbstfeldzuges  1813  zeigt  sich  ein  völliger  Wandel  bei  den  Verbündeten.  Die  preußische
Landwehr  unter  Bülow  überrennt  die  Franzosen  bei  CBkCOSSBEEREN,  Blücher  gewinnt  die  Schlacht  an  der
KATZBACH.  Napoleon  siegt  zwar  noch  einmal  bei  Dresden,  dann  folgt  aber  Schlag  auf  Schlag:  Kulm,  Dennewitz,

  Wartenburg.  Mitte  Oktober  zieht  sich  der  Kaiser  auf  Leipzig  zurück.  Die  drei  Armeen  der  Verbündeten  um-  ·

klammern  ihn.  Napoleon  nimmt  dennoch  den  Entscheidungskampf  an.  Vom  16.  bis  18.  Okt.  tobt  die  VOLKER.
SCHLACHT,  anfangs  für  ihn  erfolgreich;  aber  am  18.  Okt.  bricht  sein  Widerstand  zusammen.  Der  Rückzug  der

Franzosen  ist  fluchtartig.  Ende  des  Jahres  ist  Deutschland  bis  zum  Rhein  von  französischer  Fremdherrschaftbefreit.

Zu  Beginn  des  Jahres  1814  marschieren  die  Armeen  der  Verbündeten  auf  Paris.  Die  Kriegführung  aber  wird
durch  diplomatische  Verhandlungen  der  Verbündeten  untereinander  stark  behindert.  Napoleon  erringt  infolgedessen
  mehrfach  Erfolge.  Erst  Blüchers  Sieg  bei  LAON  öffnet  den  Weg  auf  Paris,  das  von  ihm  am  30.  März
1  814  genommen  wird.  Der  Einzug  der  Monarchen  findet  am  31.  März  statt.  Napoleon  entsagt  am  z  1.  April
dem  Throne  und  geht  nach  Elba.

Während  der  WIENER  KONGREFSS  bie  europäischen  Angelegenheiten  zu  ordnen  versucht,  landet  Napoleon  am
I.  März  1813  wieder  in  Frankreich.  Die  Verbündeten  stellen  sofort  eine  preußische  Armee  unter  Blücher  und  eine
englische  unter  Wellington  auf.  Durch  rasches  Zupacken  versucht  Napoleon  beide  Armeen  vor  ihrer  Vereinigung
zu  schlagen.  Die  Preußen  erleiden  am  16.  Juni  bei  Ligny  eine  schwere  Niederlage  und  müssen  zurückgehen.  Nun
wirft  sich  Napoleon  am  18.  Juni  auf  Wellington,  der  bei  BELLE-ALLIANCE  ben  Angrifferwartet.  Die  Engländer
  weisen  die  Angriffe  der  französischen  Sturmkolonnen  zähe  ab,  die  Erschöpfung  auf  beiden  Seiten  nimmt  zu.
Da  greifen  gegen  Abend  die  Preußen  in  die  Schlacht  ein.  Nun  bricht  die  französische  Front  zusammen.  Eine  wilde
Verfolgung  verwollständigt  die  Niederlage.  Das  Kaiserreich  ist  zertrümmert.  Blücher  und  Wellington  ziehen  am
7.  Juli  1815  in  Paris  ein.  Napoleon  wird  nach  St.  Helena  verbannt.  Europa  hat  Ruhe,  Deutschland  ist  frei!

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