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gesetzt.  Nach  den  erfolgreichen  Gefechten  bei  Podol  und  Hühnerwasser  vereinigen,  sich  die  erste  und  dritte  Armee.
Die  zweite  Armee  unter  dem  Kronprinzen  Friedrich  Wilhelm  zwingt  indessen  die  Osterreicher  in  einer  Reihe  siegreicher
  Gefechte  bei  Nachod,  Skalitz,  Soor  und  Königinhof  zum  Jurückweichen.  Der  Sieg  des  Prinzen  Friedrich
Karl  bei  Gitschin  veranlaßt  die  Osterreicher,  auf  den  Höhen  bei  Königgräh  eine  Verteidigungsstellung  einzunehmen.
  Moltke  führt  rechtzeitig  die  gesamten  Kräfte  zur  Entscheidungsschlacht  bei  KONILECCRAT#  heran,  in  der

ham  3.  Juli  die  Preußen  den  Sieg  erringen.  Die  Verfolgung  der  Osterreicher  und  der  Marsch  der  Preußen  auf

Wien  zeitigt  noch  mehrere  Gefechte;  aber  als  das  preußische  Heer  am  18.  Juli  vor  Wien  erscheint,  läßt  es  Osterreich
  nicht  zum  Außersten  kommen  und  schließt  am  22.  Juli  einen  Waffenstillstand,  dem  am  2  3.  August  1866
der  Friede  zu  Prag  folgt.  Auch  auf  dem  Kriegsschauplatz  in  Deutschland  wird  nach  wechselvollen  Kämpfen,  in
denen  die  Mainarmee  Sieger  bleibt,  der  Waffenstillstand  geschlossen,  und  Friedensverträge  mit  den  süddeutschen
Staaten  beenden  den  Bruderkrieg.  „

Die  innerpolitische  Lage  in  Deutschland  hat  sich  völlig  geändert.  Osterreichs  Vorherrschaft  ist  gebrochen.  Der
Deutsche  Bund  wird  aufgelöst.  Preußen  schließt  mit  den  süddeutschen  Staaten  ein  Schutz-  und  Trutzbündnis  und
gründet  den  NoRDDEUTSCHEN  BUND,  dbessen  erster  Reichstag  am  24.  Februar  1867  in  Berlin  zusammentritt.
  Der  Zollverein  wird  auf  ganz  Deutschland  ausgedehnt,  das  Postwesen  vereinheitlicht,  die  Armeen  der  Einzelstaaten
  werden  nach  dem  Vorbilde  Preußens  ausgebildet  und  gegliedert.  Frankreich  versucht  mehrfach  das
Einigungswerk  in  Deutschland  zu  stören.  Seit  dem  erfolgreichen  Feldzug  von  #  866  ist  hier  eine  bedeutende  Zunahme
  der  feindseligen  Stimmung  gegen  Preußen  zu  verzeichnen.  Zum  Kriegsvorwand  dient  die  spanische  Thronkandidatur
  des  Erbprinzen  Leopold  von  Hohenzollern.  Die  demütigenden  Forderungen  des  französischen  Gesandten
Benedetti  in  Ems  am  13.  Juli  1870  lehnt  König  Wilhelm  ab.  Als  Frankreich  daraufhin  am  10.  Juli  den  Krieg
erklärt,  finden  sich  alle  deutschen  Stämme  einmütig  zusammen,  um  das  gemeinsame  Vaterland  zu  schützen.

Zu  Beginn  des  DEUTSCH-FRANZOSTISCHEN  KRIECES  1870/71  treten  am  4.  August  drei  deutsche  Armeen
den  Vormarsch  an,  dessen  Ziel  Paris  ist.  Die  dritte  Armee  unter  Kronprinz  Friedrich  Wilhelm  wirft  das  Heer
Mac-Mahons  bei  WEISSENBURC  und  WORTH,  bie  erste  Armee  unter  General  von  Steinmeh  und  die  zweite
Armee  unter  PrinzFriedrich  Karlerstürmen  trotz  großer  Verluste  die  8PICHERNER  HOHEN.TDie  Festung  Straßburg
  wird  eingeschlossen.  Bei  Metz  hat  sich  die  französische  Hauptarmee  unter  Marschall  Bazaine  zusammengezogen;
sieisteben  im  Begriff  nach  Chalons  abzumarschieren,  da  wird  ihre  Nachhut  bei  Colombey-Nouilly  von  der  rsten  Armee
angegriffen  und  der  Abmarsch  Bazaines  dadurch  aufgehalten.  Moltke  zieht  eilends  die  zweite  Armee  heran,  um  den
Franzosen  den  Weg  zu  verlegen.  Die  furchtbaren  DOoppelschlachten  bei  VIONVILLE-MARS  LA  TOUR  und
GCRAVELOTTE-ST.  PRIVAI  zwingen  die  geschlagene  französische  Hauptarmee,  auf  Met  zurückzugehen,  das
nun  von  der  ersten  und  zweiten  Armee  unter  dem  Oberbefehl  des  Prinzen  Friedrich  Karl  eingeschlossen  wird.
Der  dritten  Armee,  vereint  mit  der  neugebildeten  vierten  Armee,  unter  Kronprinz  Albert  von  Sachsen,  fällt  jetzt
die  Aufgabe  zu,  den  Marsch  auf  Paris  fortzuseßen.  Mac-Mahon  hat  inzwischen  in  Chalons  eine  neue  Armee
aufgestellt,  mit  der  er  Metz  befreien  will.  Die  dritte  und  vierte  Armee  ändern  infolgedessen  ihre  Marschrichtung
und  hindern  Mac-Mahon  in  der  Schlacht  bei  Beaumont  am  zo.  August,  seinen  weitausholenden  Marsch  nach
Met  fortzusetzen.  Die  französische  Armee,  bei  der  sich  Kaiser  Napoleon  befindet,  geht  auf  die  kleine  Festung
SEDAN  zurück.  Hier  erhält  das  französische  Kaisertum  den  Todesstoß:  Nach  gewaltigem  Ringen  ist  am  Nachmittag
  des  1.  September  die  französische  Heeresmasse  von  den  beiden  deutschen  Armeen  eingeschlossen.  Napoleon
  III.  muß  sich  mit  seiner  Armee  ergeben.  In  Paris  wird  am  4.  September  die  Republik  ausgerufen,  womit
die  Hoffnung  auf  baldigen  Frieden  schwindet.  Die  Armeen  der  beiden  Kronprinzen  setzen  daher  den  Marsch  fort
und  erreichen  am  15.  September  PARINS,  das  nun  von  der  Außenwelt  abgeschlossen  wird.  Der  neue  französische
Kriegsminister  Gambetta  ordnet  Massenaushebungen  an  und  bildet  im  Süden  Frankreichs  neue  Armeen,  die  für
die  deutsche  Belagerungs-Armee  vor  Paris  eine  ständige  Gefahr  bedeuten.  Am  bedenklichsten  ist  die  Lage  an  der
LOIRE,  wo  vorerst  eine  kleine  deutsche  Streitmacht  das  Vordringen  der  französischen  Loire-Armee  in  den  Schlachten
  bei  Orleans  und  Coulmiers  aufhält.  Durch  den  Fall  der  Festungen  Straßburg,  Metz  und  Toul  werden  jedoch
deutsche  Truppen  frei,  die  nun  unter  Prinz  Friedrich  Karl  gegen  die  Loire-Armee  vorgehen.  In  den  Winterschlachten
bei  Loigny—Houpry,  Orleans  und  Le  Mans  gelingt  es,  die  Loire-Armee  vernichtend  zu  schlagen.  Auch  im  Norden
taucht  eine  neue  französische  Armee  auf,  deren  viermaligen  Durchbruchsversuch  auf  Paris  General  von  Manteuffel
vereitelt.  Bei  St.  Quentin  erleidet  dieses  französische  Heer  am  19.  Januar  1871  eine  entscheidende  Niederlage.
Damit  sind  die  lezten  französischen  Truppen,  die  Paris  entsetzen  sollen,  aus  dem  Felde  geschlagen.

Auf  dem  abgelegenen  Kriegsschauplatz  um  BELFORT,  das  von  General  von  Werder  belagert  wird,  entwickeln
sich  im  Januar  Kämpfe,  die  zu  dem  Untergang  einer  weiteren  französischen  Armee  führen  sollen.  General  Bourbaki
will  Belfort  befreien  und  dann  in  Süddeutschland  einbrechen.  Werder  hält  in  dreitägigem  heldenmütigen  Ringen
stand,  bis  die  zu  Hilfe  gesandte  Armee  unter  Manteuffel  erscheint.  Jetzt  ereilt  Bourbaki  sein  Schicksal;  Manteuffel

  drängt  ihn  unter  heftigen  Kämpfen  nach  der  Schweizer  Grenze  ab,  wo  die  ganze  Armee  interniert  wird.

Die  Kriegsentscheidung  aber  fällt  vor  Paris.  Am  27.  Dezember  wird  die  Beschießung  mit  schwerem  Belagerungsgeschütz
  eröffnet.  Nach  mehrfachen  Versuchen,  den  Ring  zu  sprengen,  findet  ein  letzter,  groß  angelegter  Ausfall
  der  Besatzung  am  19.  Januar  statt,  dessen  Mißlingen  alle  Hoffnung  auf  weiteren  Widerstand  sinken  läßt.
Wenige  Tage  später  beginnen  die  Waffenstillstandsverhandlungen,  die  am  2  8.  Januar  zum  Abschluß  kommen
und  Frankreich  einen  erträglichen  und  ehrenvollen  Frieden  sichern,  der  am  ro.  Mai  1871  in  Frankfurt  unterzeichnet
  wird.  Die  herrlichen  Kriegstaten  der  deutschen  Armeen  finden  kurz  zuvor  in  der  KAISERPROKLA-MATION
  zu  Versailles  am  18.  Januar  1871  ihre  Krönung:  Ein  einiges  Deutsches  Reich  ist  das  weltgeschichtliche
bedeutsame  Ergebnis  des  glorreich  beendeten  Krieges.

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