16  A.  Die  Jüten  und  Sachsen  in  der  Landschaft.

Gerichtsbezirke,  wie  sie  weiter  nördlich  schon  längst,  seit  Beginn  des
13.  Jahrhunderts  im  Erdbuch  Waldemars  II.  durchgeführt  erscheinen.
Nach  einem  Teilungsvorschlag  beider  Lande  vom  Jahre  1427  bestand
damals  erst  neben  der  schon  1352  erwähnten  und  Schwansen  umfassenden
Risebuherede  mit  Ekelenförde  die  Sorkeherede  in  Verbindung  mit
Croppe;  die  südlich  der  Schlei  liegenden  Dörfer  Selke,  Bustorp,  Denewerk,
  Esperem,  Ghudebu  und  Vleckebu  wurden  zu  der  alten  Arensharde
  gerechnet.1!)  Das  ganze  andere  Gebiet  war  noch  nicht  nach  Harden
eingeteilt,  da  nur  sonst  noch  von  drei  landesherrlichen  Dörfern  in  dem
Kirchspiel  Bunstorp,  nämlich  Lembeke,  Borchstede  und  Schuldorpe,
die  Rede  ist.  Die  Sorkharde,  nach  dem  Flusse  Sorge  benannt  )  erscheint
bereits  i.  J.  1542  unter  dem  Namen  Westerkroch,  nach  einem  schon  im
15.  Jahrh.  bekannten  Wirtshause  an  der  Sorge,  wo  alle  vornehmen  Reisenden,
  Könige,  Herzöge  und  Statthalter,  wenn  sie  diese  Straße  zogen,  einzukehren
  pflegten;  erst  in  späterer  Zeit  nimmt  die  Harde  die  Benennung
Hohner  Harde  an  nach  dem  Namen  des  Kirchdorfes  Hohn.  )  Von  einer
Croppharde  hören  wir  zuerst  urkundlich  aus  dem  Jahre  1491;  sie  scheint
erst  um  1450  entstanden  zu  sein.  Die  Barchharde  ober  Berchherde
(Hüttener  Lehn)  tritt  1519  in  einer  Dingswinde  auf  und  kann  erst
ebenso  wie  jene  nach  1427  eingerichtet  sein.1)  Wenn  es  dagegen  in
dem  Dänischen  Wohld  niemals  zu  einer  Hardeseinteilung  gekommen  ist,

1)  Seidelin,  Flensb.  Diplomat.  I.  380.  Die  üble  Abschrift  oder  das  Konzept
der  Urkunde  bietet:  Riseherede,  Deneword,  Eggersee;  letzterer  Name  existiert
nicht;  Meggersee  ist  unmöglich;  die  geographische  Aufzählung  zeigt,  daß  es  für
Esperem  verschrieben  sein  muß.

2)  Die  Sorge  (1323  Trea  et  Sorka.  Hasse  III.  519)  bildete  die  Grenze  der
Sorgharde  (Sorchpagum  Soreck  praeterfluit,  Ranzau  1597).  Im  Kroch  thor
Sorke  (1495)  fand  bereits  1470  eine  Zusammenkunft  zwischen  König  Christian,
seinen  Brüdern  und  dem  Bischof  Nicolaus  statt.  1536  gibt  Johann  Ranzau
seine  Zehrungskosten  an  Tho  Sorgke  (Seidelin  II.  267).  Der  Name  Westerkroch
  erklärt  sich  aus  dem  Gegensatze  zu  Osterkrug  bei  Treia,  einer  Krugstelle,
die,  wie  in  Westerkroch,  bis  in  die  neueste  Zeit  zur  Bedienung  des  Hardesvogtes
gehörte.  In  der  Umgegend  von  Westerkroch  lag  einst  der  grote  Sorkwolde
(1555);  1640  aber  konnte  hier  wegen  der  dürren,  sandigen  Gegend  Gerste  und
Hafer  nicht  gesät  werden;  die  Gegend  erscheint  damals  schon  als  eine  weitlänfige
Heide  ohne  jeglichen  Waldbestand.

3)  Falck:  Sammlungen  II,  342:  im  Jahre  1641.

4)  Stemann,  Beiträge  51.