zwischen  Schlei  und  Eider  und  in  der  Arensharde.  17

so  hängt  dies  mit  dem  Umstande  zusammen,  daß  hier  der  holsteinische
Adel  am  frühesten  festen  Fuß  gefaßt  hatte  und  im  Beginn  des  16.  Jahrhunderts
  in  Besitz  auch  der  Gerichtsbarkeit  gelangte,  nachdem  alle  großen
landesherrlichen  Dörfer  mit  ihren  freien  Bauern  und  sonstigen  freien
Eigentümern  ihm  von  den  Landesherren  durch  Verpfändung  oder  Belehnung
  überwiesen  waren.

Die  ganz  allmähliche  Entwickelung  einer  administrativen  Einteilung
in  verhälmismäßig  später  Zeit  sowie  der  Wandel,  der  weiterhin  in  den
bäuerlichen  Verhältnissen  eintrat,  lassen  auf  die  ursprünglichen  Zustände
dieser  Gegend  keinen  deutlichen  Rückschluß  zu.  Um  die  Art  der  anfänglichen
  Ansiedelung  genauer  festzustellen,  müssen  wir  auf  eine  frühere  Zeit
zurückgehen,  wo  hier  zuerst  die  beiden  Völkerstämme  zusammenstießen.

Nach  unserer  früheren  Ausführung  (Abt.  I.  41  ff.)  bestand  nach  dem
Waldemarischen  Erdbuch  im  Anfang  des  13.  Jahrhundert  dieses  ganze
Gebiet  aus  Swansö,  Fraczlaet  und  dem  Jarnwith  (Isarnho).  Der  Jarnwith,
  der  Eisenwald,  woran  noch  der  Dänische  Wohld  erinnert,  nahm
als  späteres  Krongut  eine  Sonderstellung  ein  und  galt  auch  noch  jahrhundertelang
  als  ein  besonderer  Teil  des  Herzogstums.  In  Swans,
dem  heutigen  Schwansen,  hatte  der  König  26  ½  Pflüge  (aratra)  als
Privatbesitz  neben  vielen  Waldungen.  Das  ganze  übrige  Gebiet  wird
mit  Fraezlaet  und  Kamp  bezeichnet;  erst  1260  tritt  Stapeleholm  als
ein  besonderer  Bezirk  auf.  Um  diese  Benennungen  und  die  damit  bezeichneten
  Gebiete  im  ursprünglichen  Sinne  klarer  zu  machen,  wollen
wir  hier  in  der  Kürze  unsere  früheren  Ausführungen  noch  näher  erläutern
  und  in  einigen  Punkten  berichtigen.

Die  Benennung  Frethslet  für  einen  Teil  der  Landschaft  zwischen
Schlei  und  Eider  taucht  zuletzt  im  Jahre  1260  auf  ),  dann  verschwindet
sie  vollständig  aus  der  urkundlichen  Überlieferung.  Fortan  ist  nur  von
Sletti  oder  Slacthen  (Ebene)  die  Rede,  die  bis  an  die  Schlei  reiche.:)  Es
ist  danach  kein  Zweifel,  daß  Fraezlaet  die  „freie  Ebene“  bedeutet,  die,
außerhalb  des  Eisenwaldes  belegen,  wenn  auch  stellenweise  bewaldet,
doch  großenteils  als  Heide  (myrica),  von  der  Helmold  spricht,  dalag.

1)  Hasse  II.  205;  doch  II.  471  falsch  erklärt.
2)  Script.  Isl.  XI.  355;  X.  323  u.  a.  Langeb.  I.  102;  bei  Langeb.  IK.
664  falsch  als  Slia  gedeutet.  Danach  ist  oben  Abt.  I.  41  u.  44  Anm.  zu  berichtigen.

Sach,  Das  Herzogtum  Schleswig.  III.  2