zwischen  Schlei  und  Eider  und  in  der  Arensharde.  19

Ode“,  von  der  Esbern  Snare  im  Jahre  1190  spricht  ),  ist  Sillendi
oder  Sinlendi  demnach  die  ursprüngliche  Benennung  dieses  Gebietes,
die  von  den  Jüten  richtig  mit  Fraezlaet  und  von  den  Sachsen  in
späterer  Ausdrucksweise  mit  Kamp'übersetzt  ward.  Falls  sie,  wie  es
wohl  denkbar  ist,  auch  wie  Swanso  und  einige  andere  Namen  2)  noch
aus  der  Zeit  der  Angeln  und  Sachsen  stammen  sollte  und  in  der  Erinnerung
  der  holsteinischen  Sachsen  haften  geblieben  wäre,  so  treffen
wir  wieder  auf  die  eigentümliche  Erscheinung,  die  wir  schon  oben  bei
der  Betrachtung  der  verschiedenen  Doppelnamen  bemerkt  haben  3),  daß
die  verschiedenen  Völkerstämme,  die  nacheinander  hier  wohnten  und  sich
einander  ablösten,  den  Namen  der  Landschaft  immer  von  ihrem  Vorgänger
  übernahmen  und  in  ihre  Sprache  übersetzten.  Zu  gleicher  Zeit
belehrt  uns  die  Geschichte  dieser  Namen,  das  frühe  Verschwinden  von

besser  getan,  einen  Blick  in  ein  altsächsisches  oder  auch  angelsächsisches  Lexikon
zu  werfen,  und  sich  nicht  auf  das  heutige  Niederdentsche  und  Friesische  berufen
sollen.  Er  würde  dann  gefunden  haben:  sin-teins  got.  =  täglich,  immerwährend;
sin-  nahti  alts.  =  ewige  Nacht  (Heliand  1246.  1304.  1475.),  angels.  sin-  niht;
sin-skoni  alts.  =  ewiger  Glanz  (Heliand  2369.  2601);  sin-lil  (Heliand  1024)
ewiges  Leben;  sin-grone  alts.  und  mittelniederd.—=  Immergrün,  angels.  singrene;
  altn.  sigroonn;  sin-  kale  mittelniederd.  bleibende  Kahlheit:  ferner  sinuneldi
  alts.  ungehenrer,  weit  ausgedehnter  Wald,  Urwald  (Heliand  1132);
sin-  viot,  ahd.  sin-  vluot  —  große  allgemeine  Flut.  Die  Vorsilbe  sin-  bedeutet
demnach  1.  von  der  Zeit  gebraucht,  got.,  ahd.,  alts.,  augels.  (almord.  si)  ,  andanernd",
  immerwährend’;  2.  von  dem  Orte,  um  die  räumliche  Ausdehnung
zu  bezeichnen:  weitansgedehnt,  frei,  wie  es  eben  zu  einer  Heidelandschaft  durchaus
  paßt.  Nicht  weniger  entspricht  die  Forim  -  leoch  dem  altsächsischen  Sprachgebrauch;
  gilenti  ahd.  Gelände  Graff  III.  296;  alts.  gilendi  Crecelius  coll.  1.  25;
elilenti  ahd.  anderes  Land,  alts.  elilendi,  angels.  elilende.  Brauchen  wir
noch  uehr  Zengen?  Die  Assimilierung  in  der  angels.  Form  Sillendi  ist  doch
wahrlich  nicht  zu  verwundern.

)  Langeb  1.-318:  usque  ad  vastam  solitudinem,  que  conjugit  Schaviam
Holsatiam  atque  Dauiam.  Sollte  nicht  mit  vasta  solitudo  geradezu  der  Ausdruck
Sinlendi  übersetzt  sein?

2)  Abt.  II.  106ff.,  115ff.

3)  Abt.  I.  51  ff.;  möglicherweise  ist  dieses  Auftreten  eines  Doppelnamens
auch  bei  dem  Namen  eines  Tores  des  Danevirks  anzunehmen;  wenn  man
nämlich  die  Erklärung,  wie  sie  Jörgensen  zuerst  aufgestellt  hat,  —  Karlegat
annimmt,  so  würden  sie  nichts  weiter  als  die  Ubersetzung  des  Wieglesdor  und
Viglidsdor  (angels.)  darstellen.

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