I.  Die  Besiedelung  des  Isarnho,  Jarnwith,  Dänischen  Wohld.  21

Für  die  anfängliche  Besiedelung  dieses  ganzen  Gebietes  gilt  die
allgemeine  Regel,  daß  meistens  der  leichtere,  wenn  auch  unergiebigere
Boden  zuerst  in  Kultur  genommen  ward,  weil  die  unvollkommenen
Geräte  und  das  schlechte  Spannvieh  der  alten  Zeit  ihn  allein  bewältigen
konnten.  ÜUberall  ergibt  sich  dies  aus  den  Rotationen  des  alten,  den
Dörfern  zunächst  gelegenen  Feldlandes,  wenn  man  sie  mit  denen  der
später  durch  Rodungen  entstandenen  Holzkoppeln  vergleicht.  Der  Platz
für  die  Urdörfer  ist  deswegen  oft  so  gewählt,  daß  sie  den  leichten
Boden  ihrer  Feldmarken  gleich  zur  Seite  hatten.

I.  Die  Besiedelung  des  Isarnho,  Jaruwith,  Dänischen  Wohld.)

Die  Grenzen  des  „Dänischen  Wohlds“  als  eines  Teiles  des  alten
Eisenwaldes,  in  dessen  verschiedenen  Namen  Altsachsen,  Jüten  und  die
Neuansiedler  sich  wiederspiegeln?:),  sind  zur  Zeit  Waldemars  II.  nach
Westen  zu  schwerlich  genau  zu  bestimmen.  Eckernförde  rechnete  man
damals  nicht  dazu,  da  dieses  in  enger  Verbindung  mit  Fraezlaet  aufgezählt
  wird.  Jedenfalls  aber  reichte  der  Jarnwith  als  Wald  zu  jener
Zeit  weit  in  das  bewaldete  Gebiet  der  späteren  Barchharde  hinein;
erst  als  diese  eingerichtet  ward,  ist  ohne  Zweifel  auch  der  Begriff
„Dänischer  Wohld“  mehr  eingeschränkt  worden.  Die  Mejersche  Karte
v.  J.  1651  läßt  „dänisch  Wohld'  nur  aus  den  drei  Kirchspielen  Slabbenhagen
  (Dänischenhagen),  Jellenbek  (Krusendorf)  und  Gettorf  bestehen;
doch  erfahren  wir  aus  anderen  Quellen,  daß  man  noch  im  16.  Jahrhundert
  ebenso  wie  in  späteren  Zeiten  das  Kirchspiel  Sehested  sowie
den  südlich  von  Eckernförde  liegenden  Teil  des  Kirchspiels  Borby  dazu
rechnete,  Gebiete,  die  zusammen  den  Tänischwohlder  Güterdistrikt
ausmachten.

1)  ÜUber  die  Namen  und  ihren  Ursprung  vergl.  Abt.  J  41  ff.

2)  Wahrscheinlich  spielt  dieser  Wald,  was  ich  hier  nachträglich  zu  I.  65
bemerke,  auch  in  der  nordisch-isländischen  Sage  eine  Rolle.  Myrkvidr  „der
finstere  Grenzwald“  liegt  demnach  an  der  Grenze  von  Raidgotland  und  Hunaland
(Slawenland);  im  Myrkriähr  in  Holtsctaland  wird  auch  der  Knabe  Knut  nach
seiner  Aussetzung  wieder  gefunden.  Herv.  S.  620:  Olar  Trygg.  5.  61;  Forn.
S.  I.  111.  113.  Script.  Isl.  I.  132.  134.  u.  a.