22  Die  Jüten  und  die  Sachsen  in  der  Landschaft  zwischen  Schlei  und  Eider  und  in  der  Arensharde.

1.  Das  Kirchspiel  Slabbenhagen  (Dänischenhagen).

Wie  die  meisten  Kirchengemeinden  in  den  Kolonialgebieten  hat
auch  Slabbenhagen  infolge  der  allmählich  fortschreitenden  Rodungen  in
dem  Waldlande  einen  bedeutenden  Umfang;  es  umfaßt  den  ganzen  Osten
des  „Dänischen  Wohldes“,  reicht  bis  an  die  Lewensau  und  grenzt  im
Norden  und  Osten  an  die  Ostsee.  Ungesähr  in  der  Mitte  dieses  Gebietes
  steht  die  etwa  aus  dem  13.  Jahrhundert  stammende  Kirche;  ihre
Lage  deutet  auf  eine  planmäßige  Anlage  des  Kirchspiels  hin.

1.  Slabbenhagen  1274,  1284  1),  noch  1519  und  1523  van  dem
Slabbenhagen.  Erst  als  es  vom  König  angekauft  ward,  erhielt  das  Dorf  den
Namen  Königshagen  oder  Christianshagen  (1632  und  1651),  und  noch
1730  wird  es  so  genannt.)  Die  heutige  Benennung  „Dänischenhagen“
nach  dem  Dänischen  Wohld  und  im  Gegensatz  zu  Propsteier  Hagen
stammt  erst  aus  ganz  neuerer  Zeit.)  Der  alte  Name  wiederholt  sich
in  einem  Waldnamen  um  1651  bei  Eckernförde,  und  über  seinen  niederdeutschen
  Ursprung  kann  kein  Zweifel  sein.  Über  die  alten  Hufner  des
Dorfes  ist  uns  außer  den  Namen  Helerus  und  Thidericus  aus  dem
13.  Jahrhundert  nichts  bekannt,  da  es  schon  früh  niedergelegt  und  sein
Gebiet  zu  den  benachbarten  Gütern  gezogen  ward.

2.  Bulleke  1304;  1353  have  to  Bulleke;  1334  Bulkehovede,
jetzt  Gut  Bülck.  Der  Name,  der  sich  wohl  in  dem  rheinischen  Billici
799  und  Bilke  1143  wiederholt,  ist  niederdeutsch  und  von  mnd.  bul
„Hügel“  abzuleiten;  jütisch  bulk  —  Knoten,  Klumpen,  Knast  wird  wohl
dasselbe  sein.  Die  gesamten  Flurnamen  des  alten  Gutes,  wie  Tornsbrook,
Lanck,  Kanksteeg,  Langhorst,  Brammerhall,  Wühren,  Nebenform  von
den  bekannten  Wurt  u.  a.,  sind  gleichermaßen  niedersächsischen  Ursprungs.
Über  den  Hufenbestand  des  schon  früh  niedergelegten  Dorfes  ist  nichts
mehr  nachzuweisen.

1)  Kieler  Stadtbuch  300.  808.  Helerus  de  Slabbenbagen  und  Thidericus
de  Slabbenhagen.

2)  Pontoppidan:  Theatrum  mundi  308.

3)  Krey:  „Die  dänische  (soll  heißen  westjütische)  Sprache  im  Herzogtum
Schleswig.  Sonderburg  1900“  irrt  sich  daher,  wenn  er  aus  ganz  späten  und
leicht  erklärlichen  Benennungen  wie  Dänischer  Wohld,  Dänisch  Niendorf  und
auch  Dänischenhagen  auf  eine  ursprünglich  dänische  Bevölkerung  dieser  Gegenden
schließen  will.  Ohne  die  sonstigen  geschichtlichen  Verhälmisse  zu  berücksichtigen,
kann  man  aus  Namen  keine  sicheren  Schlüsse  ziehen.