26  Die  Jülten  und  die  Sachsen  in  der  Landschaft  zwischen  Schlei  und  Eider  und  in  der  Arensharde.

2.  Surendorp  1462;  jetzt  Dorf  Surendorf;  benannt  nach  dem
Personennamen  des  Gründers,  sich  wiederholend  z.  B.  im  Stralsunder
Stadtb.  Nr.  681  und  in  Westfalen.

3.  Crusendorp  1361;  j.  Kirchort  Krusendorf,  nach  dem  Namen
des  Gründers  benannt.

4.  Stubbendorp  1361;  j.  Dorf  Stubbendorf,  gleichfalls  nach  einem
Personennamen  benanntj;  es  wiederholt  sich  sicher  nicht  in  Reinfeld  mit
Stubbekesthorp,  Stubbendorp  und  im  Stralsunder  Stadtb.  I.  312.
Vergl.  auch  Stubbelk)bn  bei  Apenrade,  wie  in  dem  lateinischen  Recht
der  Stadt  geschrieben  werden  muß.

5.  Tom  Gronewolt  1417;  j.  Gut  Grünewald;  der  einzige  Ort,
der  in  seinem  Namen  eine  Erinnerung  an  die  Landschaft  bewahrt  hat.

6.  Noer  1417.  1424;  Nore,  Norr  1462.  1463;  1490,  1538,
1543  tor  Nör;  1588  Otto  v.  Qualen  zur  Noer;  1514  dat  dorp  Nohr
mit  10  Hufen,  vor  1632  bereits  niedergelegt,  j.  Gut  Noer.

Die  Ortsnamen  des  Kirchspiels  sind  sämtlich  niederdeutschen  Ursprungs,
  doch  macht  Noer  (gespr.  Nör)  einen  etwas  fremdartigen  Eindruck.
  Ist  es  das  nordische  Nor  oder  Noor  (1291  Langeb.  VI.  236.
407),  das  auch  häufig  für  eine  schmalhalsige  Bucht  innerhalb  einer
Föhrde  an  der  schleswigschen  Küste  auftritt,  so  würde  die  Lage  des
alten  Dorfes  (vergl.  Mejer  Oldendorp  und  -hafen)  sehr  wohl  passen.
Indes  widerstrebt  das  Genus  des  Wortes,  das  im  Isländischen  wie
in  der  heutigen  Sprache  stets  Neutrum,  hier  aber  in  allen  urkundlichen
Formen  nur  als  Femininum  erscheint  1)  nicht  weniger  auch  der  Umlaut,
der  in  Noor  sonst  niemals  vorkommt.:)  übrigens  zeigen  die  mir  zahlreich
  vorliegenden  Flurnamen  sowohl  in  Noer  als  in  den  aufgeführten
Dörfern  nur  niederdeutsches  Gepräge  und  keine  einzige  jütische  Erinnerung;
  auch  weisen  sie  in  vielfachen  Formen  auf  frühere  Rodungen  hin.
Von  Hufnern  aus  mittelalterlicher  Zeit  ist  uns  außer  den  beiden  Namen

1)  In  einer  Urkunde  v.  J.  1541,  die  Marianerkapelle  in  Hadersleben
betrefsend,  wird  als  einer  der  Vorsteher  und  Patrone  Wulff  van  Anevelde  to
thornor  genannt.  Die  Schreiber  der  Urkunde  haben  thor  (tho  der)  nicht  verstanden.


2)  Müllenhoff:  Deutsche  Altert.  I.  40.  56  zieht  zur  Erklärung  von  Noor
das  griechische  Wort  weigog  „fließend“  heran.  Uber  die  gewöhnliche  Erklärung
vergl.  Abteil.  I.  49  Anm.