3.  Das  Kirchspiel  Ghotdorpo.  27

Johan  Crusendorp  und  Dibbern  Crusendorp  aus  dem  14.  Jahrhundert
urkundlich  keiner  bekannt:  Namensverzeichnisse  aus  dem  17.  Jahrhundert
enthalten  nur  niederdeutsche  Formen.  Bemerkenswert  ist  noch,  daß  allein
in  Noer  ähnlich  wie  in  dem  Kirchspiel  Gettorp,  zu  dem  es  früher
gehörte,  neben  den  eigentlichen  Hufnern  sogenannte  Wurtsassen  erscheinen,
  von  denen  weiter  unten  die  Rede  sein  wird.  Zu  den  deutschen
Ansiedelungen  zur  Zeit  des  Waldemarschen  Erdbuchs  wird  ohne  Zweifel
wenigstens  Jellenbek  gehört  haben.

3.  Das  Kirchspiel  Ghetdorpe.

Das  Kirchspiel  Gettorp  ist  seiner  Ausdehnung  nach  (2½⅛  O  M.)
eins  der  größten  des  Herzogtums  und  zeugt  von  einer  erst  allmählichen
Besiedelung  dieses  ursprünglich  waldreichen  Bezirkes.  Es  wird  von  dem
Heerweg  oder  der  kaiserlichen  Landstraße  (via  regia)  durchschnitten,
die  nahe  an  dem  Kirchorte  vorüberführt.  An  der  Lage  der  Kirche,
die  so  recht  in  der  Mitte  des  Kirchspiels  errichtet  ist,  erkennt  man  die
planvolle  Anlage  bei  der  Durchführung  der  kirchlichen  Ordnung.  Mit
Recht  hat  man  Gettorp  als  eine  der  frühesten  Anlagen  in  dem  Waldgebiet
  bezeichnet.

1.  Ghetdorpe  1259.  1310;  j.  Kirchort  Gettorf;  eine  niederdeutsche
Gründung,  wenn  auch  die  Deutung  des  Namens  unsicher  ist.  Im
Jahre  1632  hatte  es  16  Hufen,  worunter  2  wüste,  und  daneben
9  Wurtsassen.  Mittelalterliche  Namen  von  Hufnern  sind  nicht  bekannt.

2.  Lyndowe  1307;  hoff  tor  Lindouw  1497.  Das  Dorf  zählte
1543  vier  adelige  Lansten  mit  niederdeutschen  Namen;  1550  werden
6  Hufen  genannt,  die  vor  1632  niedergelegt  sind;  j.  Gut  Deutsch-Lindau,
  so  genannt  im  Gegensatze  zu  Dänisch-Lindau  in  Angeln.  Mit
dem  1805  davon  getrennten  Meierhof  Behrensbrook  enthält  es  noch
heute  die  Flurnamen  des  alten  Dorfes,  worunter  Holzkoppeln  wie
Lammsrade,  Eilsören  (sor,  trocken),  Grot  Hôllen  (helle  —  Abhang)  und
andere  rein  niederdeutsches  Gepräge  haben.

3.  Revenstorpp  1497;  j.  Dorf  Revensdorf,  nach  dem  Gründer
benannt,  1550  mit  7  Hufen  und  8  Wurtsassen;  1632  mit  5  Hufen
und  8  Wurtsassen,  von  denen  2  wüste  lagen.

4.  Thom  Bornsteen  1432;  j.  Dorf  Bornstein;  1632  mit  8  Hufen
und  4  Wurtsassen.  Benennungen  wie  Köhnholt,  Rögen  (sicher  nicht