3.  Das  Kirchspiel  Ghotdorpe.  29

11.  Tuttendorp  1338;  j.  Dorf  Tüttendorf,  deutsche  Gründung,
nach  dem  Gründer  benannt.

12.  Havickhorst  1403;  Havikhorster  Hütten  1497;  ein  zwischen
1514  und  1632  niedergelegtes  Dorf,  jetzt  Gut  Hütten.

13.  Blickstede  1497  an  der  Heerstraße;  j.  Dorf  Blixsted.  1632
mit  10  Hufen  und  1  Wurtsitz.  Über  den  Namen  vergleiche  unten.

14.  Schinkel  1289;  1632  Dorf  Schinkel  mit  4  Hufnern;  j.  Dorf
im  Gute  Rosenkranz,  das  erst  1829  15.  August  nach  seinem  Besitzer
Freiherr  Weber  v.  Rosenkranz  seinen  Namen  erhielt.  Schinkel  d.  h.
Winkel  bezeichnet  die  Lage  des  Ortes  als  im  Winkel  belegen;  ähnliche
Bedeutung  haben  7  Schinkelborg  in  Stenderup,  Schinkeldeich  in  Fahrentost
  u.  a.  Die  Geschichte  Schinkels  ist  für  die  an  der  Eider  belegenen
Güter  bezeichnend;  sie  bezogen  noch  bis  in  die  neuere  Zeit  hinein  ihre
hauptsächlichsten  Einkünfte  vom  Holzverkauf  und  Fischsang.  Nur  die
dem  Hofe  im  Osten  und  Westen  am  nächsten  belegenen  Felder  wurden
bebaut,  je  weiter  von  der  Eider  entfernt,  desto  mehr  waren  sie  noch
nach  Ausweis  der  Bruynschen,  mir  von  dem  Herrn  Freiherr  Woldemar
Weber  v.  Rosenkranz  mitgeteilten  Flurkarte  v.  J.  178.,  von  Wald  bedeckt.')
  Unter  den  Namen  sind  die  für  unsere  Untersuchung  bezeichnetsten:
Schläge  Söhren  (mnd.  sor,  trocken),  Wieschenrade,  Horn  BRögen  (siehe
S.  27),  dann  Haasenrade,  die  Wiese  Schorfhagen,  Laniken  Wiese,
Fuhlen-Rüh,  von  den  früher  zahlreichen  Teichen  Köhln-teich,  Brahmteich,
  Hämisch-teich.  Im  Manhagen  gibt  es  Brahmkamp,  Wildhagen,
Lehmrögen,  Söhren  u.  a.,  alle  rein  niederdeutschen  Ursprungs;  man
sieht  hier,  wie  -hagen  einen  durch  eine  hag,  Hecke,  lebendigen  Zaun,
gesonderten  Teil  einer  Hölzung  bezeichnet.  Manhagen  ist  ein  allgemeiner
Name  in  Norddeutschland  für  Gehölze  2),  der  bei  Kiel  bereits  im  Jahre
1222  erwähnt  wird;  nach  Analogie  von  Riddermanshagen  (1260  in
Mecklenburg)  kann  die  Bedeutung  nur  sein  „Eigentum  eines  Dienstoder
  Lehnsmannes“.  Das  obige  rätselhafte  Schorfhagen  taucht  auch  schon
früh  in  Mecklenburg  auf.  Ubrigens  sind  nach  einer  Mitteilung  des
Herrn  Woldemar  Freiherr  v.  Weber-Rosenkranz  in  Rosenkranz-Schinkel
und  Ratmannsdorf  keine  Spuren  von  Hügelgräbern  und  Urnenfriedhöfen

1)  Vergl.  Heimat  1900  Nr.  10  und  11.
2)  Über  den  Namen  Jellinghaus:  Holsteinische  Ortsnamen  250.  251.  Schumann:
  Die  Flur=  und  Koppelnamen  des  Lübecker  Staatsgebietes  1892  S.  14.