30  Die  Jüten  und  die  Sachsen  in  der  Landschaft  zwischen  Schlei  und  Eider  und  in  der  Arensharde.

bis  jetzt  entdeckt  worden,  während  auf  dem  am  Kanal  gelegenen  Großnordsee
  mehrfach  Urnen  gefunden  sind.  Es  scheint  danach,  als  wenn
diese  Gegend  schon  seit  uralten  Zeiten  mit  Urwald  bedeckt  gewesen  ist.

Die  verzeichneten  Namen  gehören  alle  dem  niederdentschen  Volkstum
anz;  doch  bedürfen  einige  noch  eine  genauere  Besprechung.  Was  zunächst
Ghetdorpe  angeht,  so  finden  sich  Ortsnamen  auf  Get-  wie  Gettrup
bei  Ribe,  Hobro  und  Aalborg  auch  auf  jütischem  Gebiete;  mit  anderen
Zusammensetzungen  als  -ttorp  tritt  es  in  Deutschland  wiederholt  auf
(Förstermann  606ff).  Gete  ist  mnud.  Geiß,  Ziege,  ebenso  schwedisch
get,  dänisch  giet.  In  besonderen  Verbindungen  mit  moor,  kamp,
Tbrock,  pohl  erscheint  es  in  der  Form  jet,  jit  im  Holsteinischen.  Die
Deutung  „Ziegendorf“  bleibt  aber  sehr  seltsam.  Nimmt  man  daher
besser  einen  Personennamen  Geth  (Geddac  Wegener  Dipl.  Christ.  1.  76.
108  aus  dem  Jahre  1459  oder  Geedh,  Geeth  1456)  an,  so  müßte
man  eine  Genetivendung  erwarten.  Die  deutsche  Gründung  ist  unzweifelhaft,
  aber  die  Benennung  bleibt  dunkel.  Mit  Unrecht  hat  man
Askouwe  als  Askov  oder  Auwald  für  jütischen  Ursprungs  gehalten  und
mit  Anskovhede  in  der  Gramharde  und  Aaskog  in  Jütland  verglichen.
Dagegen  spricht  schon  die  niederdeutsche  Form  in  oder  to  der  Askouwe;
auch  zeigt  das  nahgelegene  Asrot,  daß  nicht  A-skow  sondern  Ask-ow
zu  treunen  ist.  Es  ist  also  der  Ort  an  der  Eschenau,  dem  Namen  wie
Asbrok  bei  Reinfeld  1252  und  Asbeke  1284,  Askeberge  1230  im
Holsteinischen  mehrfach  entsprechen.  Auch  das  von  Mejer  nördlich  von
Askow  angesetzte  Drag  ist  nicht  das  altnordische  drag  „schmales  Tal“,
wodurch  sich  ein  Bach  schlängelt,  jütisch  drav,  „Sumpf“,  „Moor“,
sondern  das  in  gleicher  Bedeutung  in  Holstein  mehrfach  auftretende
Drage,  bei  Hohenaspe,  Ranzau,  das  auch  in  Pommern  (Strals.  Stadtb.
Nr.  237)  wiederkehrt.

Diesem  entsprechend  ist  auch  der  Befund  der  Flurnamen;  nirgends
zeigt  sich  jütischer  Einfluß,  alle  tragen  ein  niederdeutsches  Gepräge.
Überall  sind  die  echt  holsteinischen  Namen  wie  sören,  rögen,  heisch,
hollen,  manhagen,  grell-,  kammer,  hulsen  (von  huls  Hülse)  und
andere  der  Art  vertreten.  Bemerkenswert  erscheint  noch  besonders  der
Wald  Snellenmark  oder  Schnellenmark  (1642)  an  der  Küste;  1640
liegt  noch  im  Schnellenmark  ein  großes  Riesenbett.  Den  Namen  treffen
wir  selbst  in  Ostholstein  wieder,  obwohl  hier  die  Verbindung  wark