3.  Das  Kirchspiel  Ghetdorpe.  31

in  Flurnamen  nicht  gewöhnlich  ist.  Snellmarken  bei  Suxdorf  und
Dakendorf,  ein  Wald  Snellemarket  1384  bei  Großsteinrade  (Jellinghaus
  281).  Auch  im  übrigen  Deutschland  taucht  der  Name  auf:  in
Snellenwalde  bei  Oppeln  und  Mohrungen,  Schnellweide  bei  Mühlheim;
Schnellrode  bei  Querfurt,  Snellenvorst  1277  (Script.  XVI.  736.  44),
Snellindorf  ca.  1280  im  Osterreichischen  u.  a.

Das  Kirchspiel  zählte  im  Jahre  1632  mit  Einschluß  von  Rückekort
(1632),  Niegedorp  (1497)1),  Kongeszförde  (1497)  und  Wittenbek
(1632)  im  ganzen  121  besetzte  Hufen  und  45  Wurtsitze,  von  denen
unten  die  Rede  seln  wird.

Namen  der  Grundbesitzer  aus  dem  Mittelalter  sind  uns  nur  wenige
urkundlich  überliefert,  wie  Bernhard  Pünck  in  Töttendorp  1338,  aus
Warleberg  vom  Jahre  1363),  Gennekinus  Ram,  Hennekinus  Ram,
Disbernus  Ram,  Nicolans  Heckelt,  Abel  relicta  qguondam  (Witwe
weiland)  Hennekini  Kabupp,  Detlevus  Plate  und  Hennekinus  Sture.
Außer  Timme  Schutte  im  15.  Jahrhundert  kennen  wir  aus  dem  Jahre
1512  daselbst  als  Lansten  Detlef  Frese,  Peter  Barner,  Hofner,  Claus
Barner,  Michel  Röwer,  Marks  Bilefeld,  Groske  Müllers.  Denselben
rein  niederdeutschen  Charakter  tragen  auch  die  Namen,  die  uns  in  den
Schatzregistern  v.  J.  1543  für  einzelne  adelige  Dörfer  überliefert  sind.
In  Revenstorp  wohnen  die  Lansten:  Hans  Martens,  Marqart  Hus,
Klawes  Hus,  Marqart  Offe,  Peter  Gossyk,  Hans  Offen,  Otte  Moller;
nur  eine  Hufe  liegt  wüste;  in  Lyndow:  Klawes  Kodyk,  Eller  Leyge,
Hennecke  Krege,  Marqart  Krege;  in  der  jüngsten  Ansiedelung,  die
wohl  in  dieser  Gegend  entstanden  ist,  in  Nyendorpe:  Hans  Kody,
Detlef  Olderoge,  Klawes  Bocke,  Marquart  Kopke,  Rallef  Ratge,  Vorgen
Schar,  Marqart  Mansfelt,  Klawes  Gossyk,  Hynryk  Stammer,  Rallef
Bramer,  Tohan  Bramer,  Marqart  Dosse,  Hans  Toncke,  Hennccke
Toncke,  Klawes  Mansfelt,  Lorens  Stamer  nebst  einer  öden  Hufe.  Es
tritt  uns  in  dieser  Namenreihe  die  Erscheinung  entgegen,  die  sich  fortan
in  vielen  deutschen  Ansiedelungen  wiederholt,  daß  einzelne  Familien
immer  in  einer  größeren  Zahl  in  einer  Dorsschaft  vertreten  sind;  wahrscheinlich
  beruht  dies  auf  einer  allmählichen,  durch  Rodungen  hervor-1)

  Stemann:  Geschichte  des  öffentlichen  und  Privatrechts  des  Herzogtums

Schleswig  III.  124  hat  falsch  Ungedorpp  für  Nigedorp  gelesen.
2)  Stemann  III.  20.