4.  Tas  Kicchspiel  Sestath.  33

Kamp  Oldorp.  Als  Ausbauten  auf  alten  Kämpen  und  sonst  sind  in
dem  Kirchspiel  zu  erwähnen:  Hammer,  de  Hammer,  ursprünglich  Gemeindewald,
  dessen  einzelne  Anteile  für  jeden  Besitzer  mit  seinem  Hammerzeichen
  an  bestimmten  Bäumen  abgegrenzt  wurden;  so  noch  im  vorigen
Jahrhundert  in  meiner  Heimat,  dem  Amt  Ahrensböl  );  ferner  Gruel,
(Grell?),  Moorsik  (sik  =  Wiese,  Sumpf  oder  schmale  Niederung  mit
Wasserrinne,  oft  im  Holsteinischen,  in  Schleswig  jüt.  sig,  altn.  sik).

2.  Tor  Hogelite  1542,  ursprünglich  ein  Dorf;  eine  Hofkoppel
des  früher  zu  Hogelite  gehörenden  Meierhofes  Harzhof  trägt  noch  den
Namen  Dörpsted,  j.  Gut  Hohenlieth.  Einzelstellen  und  Ausbauten  auf
den  alten  Kämpen  sind  Fromrade,  Hegeholt,  Mierensik,  Kronsmaas
(mose,  jüt.  —  moor),  Rögen,  Hölzungen  Hegeholtstrang,  Auerrögen,
Stratenbrook.  Vergl.  zu  dem  Namen  des  Gutes  (lid  —  Bergabhang
Abt.  II.  8)  thor  Lidt  1344  bei  Elmshorn,  Hohenlieth  bei  Tellingsted  u.  a.

3.  Holtze  1272  (Kieler  Stadtb.  242);  j.  Dorf  Holtsee.  1460  werden
hove,  nicht  bool,  in  Holtze  genannt,  das  nach  der  Lage  benannt  ist.

4.  Wentorp  1524  am  Wittensee;  j.  Dorf  Wentorf.  Über  den
Namen  siehe  unten.

5.  Haghebu  1430;  1518  Habü;  j.  Dorf  Haby.  Vergl.  Hagby
bei  Veile,  Hagested,,  Hagethorp  auf  jütischem  Gebiet;  nach  dem  Namen
des  Gründers  Hage,  Hake  benannt.  Über  diese  jütische  Ansiedelung
vergl.  unten.  —  Die  Ortsnamen  dieses  Kirchspiels  sind  in  mancherlei
Beziehung  wegen  ihres  Ursprungs  und  ihres  Alters  bemerkenswert.
Sestath  und  Holtze  reichen  urkundlich  am  weitesten  zurück;  beide  gehören
  sicher  der  Waldemarischen  Zeit  an.  Da  die  Kirche  wahrscheinlich
aus  der  ersten  Hälfte  des  13.  Jahrhunders  stammt,  so  muß  schon
vorher  die  Besiedelung  des  Kirchspiels  durchgeführt  sein.  Sestath
enthält  aber  eine  Endung,  die,  auch  sonst  im  Fraezlaet  in  mehreren
Ortsnamen  wie  Duvensted  u.  a.  vorkommend,  über  1200  weit  hinausreicht;
  die  Ortschaft  muß  wie  alle  anderen  auf  „sted  älter  sein,  als
die  gesamten  jütischen  Dörfer  südlich  der  Schlei,  da  hier  niemals  mehr,
auch  nicht  in  Schwansen,  die  Benennung  sted  bei  Gründungen  in
Gebrauch  ist  (vergl.  über  die  Endung  -sted  Abt.  II.  119.  120).  Neben

1)  Grimm:  D.  W.  4.  314;  Sach:  Geschichte  der  Stadt  Schleswig  267,  wonach
  1711  die  Buche  und  die  Eiche  noch  vorhanden  waren,  mit  des  Herzogs  und
der  Stadt  Hammer  bezeichnet,  die  die  Grenzen  anzeigten.

Sach,  Das  Herzogtum  Schleswig.  III.  3