34  Die  Jüten  und  die  Sachsen  in  der  Landschaft  zwischen  Schlei  und  Cider  und  in  der  Arensharde.

den  bisherigen  niederdeutschen  Namen  im  ganzen  Dänischen  Wohld
treten  uns  in  dieser  Gemeinde  in  dem  -  manse  (mose)  in  Hohenlieth
und  dann  an  der  Grenze  des  Wohldes  die  ersten  Spuren  jütischen
Einflusses  entgegen  in  dem  Namen  des  Thorkillus  von  Holtze  im  Kieler
Stadtbuch  (1272).  Es  ist  ein  rein  skandinavischer  Personenname,  statt
des  gewöhnlichen  Thrugillus  vom  altnordischen  Thörkell.1)  Wenn  auch
damit  nicht  bewiesen  wird,  daß  wir  in  Holtze  eine  jütische  oder  gar
skandinavische  Gründung  zu  sehen  haben,  so  zeigt  das  Auftauchen  dieses
Namens  doch,  daß  wir  hier  an  der  Grenze  angelangt  sind,  wo  die
beiden  Völkerstämme  aufeinander  stoßen.  Unzweifelhaft  trägt  Haghebu
seinen  jütischen  Ursprung  an  der  Stirn.  Man  sollte  erwarten,  daß
wir  hier  noch  heute  auf  bedeutende  Spuren  jütischen  Einflusses  treffen
würden;  aber  merkwürdigerweise  ist  weder  in  den  erhaltenen  ältesten
Namen  der  Bewohner  noch  in  den  Flurnamen  irgend  etwas  Jütisches
mehr  nachzuweisen.  Da  diese  auffällige  Erscheinung  sich  in  mehreren
ursprünglich  jütischen  Ansiedelungen  regelmäßig  wiederholt,  wollen  wir
hier  näher  die  in  Betracht  kommenden  Verhältnisse  darlegen.  Die
Flurkarte  vom  Jahre  1777  zeigt  folgendes  Bild:
Wiesen:
Grote  Wisch,  Lütt  Brok,  Raad  Wisch,  Gunthins  Wisch,  Buhr
Bleken,  Mittelste  Wisch,  Har  Wisch,  Mohr,  Barkhop,  Rehrsklint,
Schleedörn,  Grothoff,  Pannstedt,  Loosborn,  Langbrok,  Diek,  Steenbrock,
  Stellhorstbrock,  Stellenhorst,  Wüst  Wisch,  Finnraad,  Goschen
Wisch,  Ohl  Span  Wisch,  Ohl  Wolfbrok,  Dorn  Brock,  Schloks  Wisch,
Schittershorst,  Blick,  Groten  Brok,  Lüt  Wisch,  Grot  Raay  Wisch.
Ackerland  und  Weide:
Achterste  und  vorderste  Westerfeld,  Grote  Koppel,  Schlaukshorn,
Flaaken  Koppel,  Nye  Koppel,  Beckkoppel,  Wolfbarg,  Nye  Wolfbrok,
  Spannbarg,  Nye  Spanwisch,  Ohl  Span  Wisch,  Lüt  Koppel,
Buurlag  Finnraad,  Wilt-Flucht,  Fahrenhorst  Koppel,  Hollegruft,
Soer,  Winnersoll,  Stellan,  Böversto  Finnraad,  Nederste  Tammeraad,
  Ohl  Koppel,  Ohlenparts-Koppel,  Ruastükenbarg,  Loos-Born,
Camp,  Wihen,  Lehmkuhlenkoppel.  Lehmkuhlenbarg,  Grot  Rönn
Sölken,  Saagkuhl.

1)  Vergl.  Urks.  1.  47  aus  d.  J.  1243.