4.  Das  Kirchspiel  Sestath.  35

Hölzungen:

Schittershorst,  Peters  Kroy,  Hellenhorst,  Wellhörn.

Seen  und  Teiche:

Witten  See,  Schilk  See,  Mösch.

Wer  diese  Reihe  der  Namen  übersieht,  insbesondere  achtet  auf
Span-  wisch,  -  barg  (span  mnd.  eine  Tonne  oder  Pflug  Landes,  mit
einem  Gespann  in  einem  Tage  zu  bearbeiten),  Bleken  und  Blick,  Hollegruft,
  Barkhop  (hop,  Haufe,  dann  Stelle,  wo  sich  etwas  zusammenfindet,
  in  Holstein  wie  in  Fraezlaet  oft,  aber  sonst  im  Dänischen  Wohld
nicht  auftretend),  Winnersol  (sol,  sal  Sumpfloch),  Camp,  Wiehen,
(niederd.  wed,  wid,  Wald,  Gehölz,  oft  im  Holsteinischen),  Sölken  (von
sol  Sumpf),  Hellenhorst  (helle,  Abhang,  Tiefe),  Wellhorn  (welle
—  Quelle),  und  alle  anderen  allgemein  verständlichen  niederdeutschen
Namen,  die  nirgends  irgend  einen  fremden  Einfluß  auch  nur  andeuten,
kann  es  begreiflich  finden,  wenn  Geerz  daraufhin  den  jütischen  Ursprung
des  Ortes  überhaupt  bestreitet.  1)  Nimmt  man  hinzu,  daß  die  uns
bekannten  Hufner  des  Ortes  aus  dem  Jahre  1543:  Claus  Habui,  Ralef
Habui,  Marquart  Poppe,  Jacob  Fincke,  Detlef  Greuinck,  Claus  Stolterbecke,
  Ties  Luncke  (und  1554  Claus  Troye)  auch  nichts  Jütisches
mehr  an  sich  tragen,  so  erscheint  die  Sachlage  noch  auffallender.  Da
der  jütische  Ursprung  des  Ortes  feststeht,  so  muß  man  annehmen,  daß
die  alte  Bevölkerung  von  den  Niederdeutschen  mehr  oder  weniger  gewaltsam
  verdrängt  worden  ist;  wäre  dies  auf  friedlichem,  langsamem
Wege  geschehen,  wären  sicher  jütische  Spuren  in  den  Flurnamen  übrig
geblieben.

Noch  ist  ein  Wort  über  Wentorp  zu  sagen,  das  man  gewöhnlich
als  eine  Wendenansiedelung  angesehen  hat.  Freilich  deuten  alle  Wentorp
  auf  altem  flawischen  Gebiete,  wie  Wentorp  in  der  Propstei,  bei
Plön,  auf  Rügen,  bei  Wismar  u.  a.  auf  einen  solchen  Ursprung  hin.
Wie  aber  hier  mitten  unter  Jüten  und  Niederdeutschen  unter  den
damaligen  Zeitverhältnissen,  wo  sich  die  Völker  auf  das  feindseligste
gegenüberstanden,  Wenden  hätten  angesiedelt  werden  können,  ist  nicht
abzusehen.  Es  gibt  auch  ein  Wenthorp  (1370  Langeb.  VII.  65)  auf

1)  Geerz:  Geschichte  der  geogr.  Vermessungen  262.  Ebenso  einseitig  wie
über  die  Endung  zbu  urteilt  er  auch  über  -  drup,  skov  u.  a.
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