36  Die  Jüten  und  die  Sachsen  in  der  Landschaft  zwischen  Schlei  und  Eider  und  in  der  Arensharde.

Seeland,  ein  Wenetorp  (Hasse  III.  255)  in  Mitteldeutschland,  ein  Wentorp
  (Hasse  III.  873)  im  Amt  Isenhagen,  ein  vergangenes  Wenthorp
in  der  Nähe  des  Christian  Albrechtkoogs  1)  u.  a.,  denen  flawischer  Ursprung
  nicht  zuzuschreiben  ist.  Den  auf  schleswigschem  Boden  liegenden
liegt  ein  Personenname  Weno,  Wenne  zugrunde,  der  1463  in  Dornebüll
und  Seeth  auftritt.?

5.  Der  südliche  Teil  des  Kirchspiels  Borgeby  nebst
dem  Landgebiet  des  Kirchspiels  Eckernförde.)

Das  auf  Dänisch-Wohlder  Boden  liegende  Gebiet  dieser  beiden
Kirchspiele  war  noch  um  1600  wenig  bewohnt;  Reste  des  alten  Waldes
treten  1649  nur  an  den  Rändern  auf,  ganz  frei  erscheint  damals  die
Meeresküste.  Heute  paßt  der  Name  des  alten  Waldgebietes  am  wenigsten
  mehr  für  diese  Gegend.  Außer  dem  zum  Kirchspiel  Eckernförde
gehörenden  Altenhof  mit  Zubehör  kommen  folgende  Orte  für  unsere
Untersuchung  in  Betracht:

1.  Oldenhave  1410;  j.  Gut  Altenhof  am  Gosesee,  nach  seinem
Namen  deutschen  Ursprungs.  Die  Benennungen  der  Hölzungen  wie

1)  1641  wird  in  der  Tondernschen  alten  Koogslandpflicht  auch  zwischen
Horsbüll  und  Emmelsbüll  Wentorffer  Landpflicht  aufgeführt;  wahrscheinlich  ist
dies  der  richtige  Name  für  das  verdorbene  Vendal.  Abt.  II.  205.

2)  Über  die  törichten  wendischen  Deutungen  von  Ortsnamen  dieser  Gebiete
  (Jahrb.  II.  410)  wäre  kein  Wort  zu  verlieren,  wenn  sie  nicht  neuerdings
wieder  auftauchten.  Die  bekannte  Geschichte  von  dem  perkop  (Pferdekopf)  bei
dem  Femarnsund  wird  auch  von  Eckernförde  und  selbst  auf  Sild  erzählt  für
einen  Ubergang  durch  das  Wattenmeer  nach  Hoyer.  Wie  das  wendische  perecop
(Sund)  dorthin  hat  gelangen  können,  ist  nicht  abzusehen.  Neocorus  215.  218.
594  erwähnt  mehrfach  perdekop  als  Trittsteine  in  den  Marschen.  Als  solche
kennt  man  sie  auch  im  östlichen  Holstein,  wo  sie  aber,  als  Übergänge  über  Bäche,
Sumpfstellen  u.  a.  dienend  und  mit  den  Köpfen  über  Wasser  ragend,  immer
nur  als  perrcöp  (von  pedden,  perden),  Trittsteine,  und  nicht  als  piörköp
(Pferdeköpfe)  aufgesaßt  werden.  Vergl.  Kopfsteine.  —  Wegen  Koldehovede,  das
gleichsalls  als  wendisch  gedeutet  wird,  bemerke  ich  noch  zu  der  bekannten  Kolberger
  Heide  vor  der  Propstei,  daß  ein  Schlag  in  Barbek  noch  Colberghok  heißt
und  daneben  ein  Koldenhof  erwähnt  wird,  Kolborg  daher  wohl  nichts  anderes
als  Koldenberg  bedeutet.

3)  Über  die  Stadt  Eckernförde  (vergl.  Abt.  I.  42.  132)  werden  wir  im
Zusammenhange  mit  den  anderen  Städten  weiter  unten  handeln.