5.  Der  südliche  Teil  des  Kirchspiels  Borgeby  nebst  dem  Landgebiet  des  Kirchspiels  Eckernförde.  37

Schnellmark  (siehe  oben  S.  30),  Schlaatenholt,  Schmeerhörn,  Kronstrang,
  Mischholm,  sowie  der  Hofkämpe  Panswohld,  Osewoldsbrook  u.  a.
zeigen  niederdeutsche  Formen,  doch  treten  auch  vereinzelt  jütische  Spuren
auf  in  den  Koppelnamen  Moschau  und  in  Moschaushorst  (—  Moseskov,
wie  der  Wald  Mosekjer  im  Tondernschen),  der  auch  in  dem  zum  Gute
Friedensthal  gehörenden  Instendorf  Moschau  erhalten  ist.

2.  JCelmerstorp  1295,  ein  noch  1609  vorhandenes  Dorf,  aber
auf  Mejers  Karte  nicht  mehr  verzeichnet;  j.  Selmsdorferhöfe,  eine  Hofkoppel
  des  Gutes  Altenhof;  vom  Personennamen  des  Gründers  gebildet.
Vergl.  Selmersburg  bei  Rendsburg,  Selmsdorfer  Wiese  an  der  Trave
und  andere.

3.  Wendeby  1409;  Wyndebuy  1469,  ein  vor  1609  niedergelegtes
  Dorf,  j.  Gut  Windeby,  oft  auch  auf  dänischem  Boden  wiederkehrend
  auf  Laaland,  Langeland,  z.  B.  Windacbothae  (1231)  bei  Roeskilde.
  Vinde  erscheint  im  Schleswigschen  oft  in  Zusammensetzungen  wie
Windemark  in  Schwansen,  Winderyd  in  Esgrus  u.  a.  In  eigentlichen
Ortsnamen  ist  es  ein  Personenname.  Trotz  des  jütischen  Ursprungs
treten  in  den  Flurnamen  wie  Schirkamp,  Olendik,  Krütz  u.  a.  keine
jütischen  Erinnerungen  mehr  auf.

3.  FBrettebek  1509;  1609  ist  Bruttebeke  noch  ein  Dorf  mit
6  Hufen  und  7  Wurtsitzen;  um  1620  niedergelegt  bis  auf  einen  Wurtsitz
  und  zum  Hofe  Windeby  gezogen.

5.  Kochendorp  1407;  j.  Dorf  Kochendorf;  1609  mit  6  Hufen
und  2  Wurtsitzen  1);  vom  Namen  des  Gründers  benannt.

6.  Gosecfeld  1518;  Olde  und  Nige  Gosefeld;  jenes  1609  mit
8  Hufen  und  2  Wurtsitzen,  dieses  mit  9  Hufen  und  3  Wurtsitzen;  1543
hatte  Olde  Goseuelt  schon  denselben  Bestand  und  lauter  niederdeutsche
Bewohner  (siehe  unten).  Das  Dorf  ist  nach  dem  Gosesee  (1349)  benannt;
  j.  Dorf  Gosefeld.  Vergl.  Gosefeld  1255  am  Hemmelsdorfersee.

1)  Im  Reg.  Capit.  Slesv.  v.  J.  1352  (Langeb.  VI.  581)  steht  unter  den
Einkünften  der  Domvikare:  Vicaria  S.  Crucis  habet  villam  Syddekeswra  totam
cum  omni  jure.  Statt  dessen  bietet  das  spätere  Register  eiwa  aus  dem  Jahre
1407:  Vicaria  b.  Crucis  —  habet  dimidiam  villam  Kochendorp,  in  qdua  sunt  V.
mansi.  Was  Sydikkeswra  bedeuten  soll,  ist  mir  unbekannt;  es  gibt  ein  SollingwWra,
  Foldewra,  Karlswra  u.  a.  (wran  —  Winkel),  doch  wird  wra  immer  für
kleinere  Ortschaften  gebraucht.  Mehr  Sinn  hätte  Lyddekeswra.