1.  Der  nördliche  Teil  des  Kirchspiels  Borghehy.  41

1.  Der  nördliche  Teil  des  Kirchspiels  Borgheby.

.  Borgheby  1319,  neben  der  Ykaernaeburgh  entstanden;  1352
Borgeby  und  Borby,  eine  ursprünglich  unzweifelhaft  jütische  Anlage;
j.  Dorf  Borby;  vgl.  Burghaeby  (1320)  auf  Femarn.  Im  Jahre  1609
hatte  Borby  3  volle  und  3  halbe  Hufen  nebst  4  Wurtsassen,  die  Eckernförder
  besaßen  auf  der  Borbyer  Feldmark  10  Hufen,  die  zehntpflichtig
waren.  Das  Dorf  stand  eben  bis  1791  in  Feldgemeinschaft  mit  Eckernförde
  und  ist  durch  dessen  Einfluß  schon  früh  germanisiert  worden.  Aus
dem  15.  Jahrhundert  kennen  wir  eine  Reihe  von  Namen,  die  diesen
Prozeß  bereits  als  durchgeführt  erscheinen  lassen.

1431  werden  Gert  Kotelberch  und  Clawes  genannt;  1454  saßen
auf  drei  Hujen  mit  drei  Wurten  vor  Eckernförde  auf  Borbyer  Feldmark
Henneke  Vrese,  Peter  Butz,  Hans  Bock,  Henrich  Ratenav,  Marquart
Schutte;  1519  treten  Hans  Dutzke  (Butz),  Marquart  Tamsen,  Tytke
Vos  und  Laurens  Kock  auf,  und  1542  führt  das  Schatzregister  folgende
Besitzer  an:  Claus  Fulscheggi,  Laurens  Blender,  Laurens  Culpin,
Hans  Jurgen,  Vilhats  Kulpin,  Jurgen  Olderogge,  Hinrick  Witte,  Hans
Maele,  Lene  Lunckes,  Grete  Vos,  Otto  Schroder,  Henneke  Johansen.
Das  Gottorper  Amtsregister  v.  J.  1554  nennt  wieder  folgende  Namen:
Timme  L.  ..,  Claus  Sike,  Claus  Vulschenke,  Jürgen  Olderogge,
Siwert  Broktorp,  Hans  Schwen,  Detleff  Kruse,  Leneke  Lunken,
Hans  Kur,  Detleff  Banni,  Paul  Moller.  Der  jütische  Bestandteil  ist
ganz  verschwindend,  merkwürdig  zugleich  der  starke  Wechsel  in  der
Bevölkerung,  da  von  den  früher  genannten  1542  nur  eine  einzige
Familie  in  dem  Frauennamen  Grete  Vos  wiederkehrt  und  auch  diese
1554  verschwindet.

2.  Hemmelmark,  lutke  1462,  grote  1527,  damals  noch  zwei
Dörfer  und  1609  mit  16  Hufen,  wovon  4  wüste,  und  7  Wurtsassen,
später  ganz  niedergelegt,  j.  Gut  Hemmelmark.  Wie  Aemaelthorp,
Haemelthorp  (Langeb.  I.  185.  290),  j.  Himmelstrup,  der  Personenname
  Tokae  Haemael  (1231)  und  auch  die  Endung  #  mark  andeutet,
die  nur  sehr  selten  in  deutschen  Ortsnamen  vorkommt,  ist  der  Ort
jütischen  Ursprungs.  Trotzdem  zeigen  die  Flurnamen  auch  hier  wie
bei  Haby  und  anderen  jütischen  Siedelungen  neben  Westerschau  und
Puksee  fast  nur  niederdeutsche  Formen,  wodurch  der  niederdeutsche
Charakter  der  Bewohner  des  vergangenen  Dorfes  zur  Zeit  der  Durch-