42  Die  Jüten  und  die  Sachsen  in  der  Landschaft  zwischen  Schlei  und  Elder  und  in  der  Arensharde.

führung  der  Flurverfassung  erwiesen  wird.  Der  Meierhof  Ankamp
bietet  die  schon  früher  erwähnten  Namen  Manhagen,  Moorhagen,
Grootrem  neben  Gasthuck  (hok,  huk  mittelnd.  Winkel,  Ecke;  gast
wohl  —  garsten,  gardsete,  worüber  unten),  das  Gut  Hohenstein  ein
Hokenhyg,  das  Gut  Mohrberg  Pinkerühe  u.  a.  m.!)

3.  Barkelsby  1449,  vom  Namen  des  Gründers  Barkel,  Berkel;
eine  ausgesprochen  jütische  Gründung,  1609  mit  17  Hufen  und  1
wüsten;  j.  Dorf  und  Hof  Barkelsby.

4.  Gammelbu  1334;  1609  Groß=  und  Klein-Gammelby,  ersteres
damals  mit  13,  letzteres  mit  7  Hufen.  Vergl.  Gammelby  in  der
Nieharde  und  im  Kirchspiel  Emmerlef;  j.  Dorf  Gammelby.  Die  gewöhnliche
  Erklärung  =  „Altes  Dorf“  ist  angesichts  der  zahlreichen  gleichlautenden
  Bildungen  schwerlich  richtig,  wahrscheinlicher  die  Ableitung
von  einem  Personennamen  Gammel.  liber  die  älteren  Hufner  siehe  unten.

5.  Snape  1339,  Mühle;  j.  Schnaap.  Vergl.  Schnaab  bei  Kappeln;
Snaap  1380  in  Merlöse  Langeb.  VII.  34.  Snabe  jütisch,  altn.  snopr
kleine  Spitze,  mnd.  snabbe  Schnabel.  —  Die  Dorfnamen  (3  auf  -bu,  1  auf
—mark)  ergeben  ein  ausgesprochen  jütisches  Gepräge;  auch  Snape  wird
des  gleichen  Ursprungs  sein.  Die  junge  Gründung  Rögen,  Royen
(1610),  j.  Gut  Rögen  an  dem  Losebek,  gehört  wahrscheinlich  der  niederdeutschen
  Zeit  an,  da  rögen  ein  gewöhnlicher  niederdeutscher  Flurname
ist  in  der  gleichen  Bedeutung  wie  das  jütische  röge  „kleine  Anhöhe“.  Im
übrigen  tragen  die  Flurnamen  unter  der  Menge  echter  niederdeutscher
Formen,  wie  Manhagen,  -rem  u.  a.  doch  auch  noch  mehrfache  jütische
Überlieferungen,  wie  unter  den  Ländereien  des  Meierhofes  Eichthal
Trollberg,  ein  Hünengrab,  sowie  Pukdam  und  Pukholt  mit  ihren  mythologischen
  Erinnerungen  aus  der  Heidenzeit,  ferner  Westerschan,  Hohenhüg
  (hy  oder  hyg),  gewöhnliche  jütische  Benennung  für  Grabhügel
(vergl.  Abt.  II.  40  ff.);  ein  verlorenes  Gasthuk  deutet  wahrscheinlich  auf
eine  frühere  Ansiedelung  von  Gardseten  hin.  Statt  dieser  finden  sich  um
1554  in  Borby  schon  Wurtsassen,  wo  außerdem  die  Booleinteilung  auftritt,
  die  ursprünglich  überall  in  Schwansen  herrschend  gewesen  sein

1)  Die  Benennung  eines  Katens  Weldorf  im  Gute  Sophienruhe  deutet
nicht,  wie  man  geglaubt,  auf  ein  vergangenes  Dorf  hin,  tron  Welderup  1348
in  Aggerschau  und  Waellaethorp,  Wellerup  auf  Seeland.