2.  Das  Kirchspiel  Wapenisso  (Waabs!.  43

muß;  aber  auch  in  Gammelbuw  kennt  man  um  1542  nur  howe  (Hufen).1)
Wie  in  Borgebx  sind  auch  in  dem  ebenso  jütischen  Gammelbu  die  alten
Bewohner  von  Niedersachsen  zurückgedrängt.  Wer  die  folgende  Namenreihe
  übersieht:  1466  Hinrick  Kur,  Ruschert,  Detlef,  Olderoghe,
Henneke  Langheholt,  1470  Henneke  Ruskert,  Johan  Kock,  Clawes
Blode,  Detief  Martens,  Clawes  Coler,  1542  Claus  Langeholt,  Claus
Marten,  Claus  Smit,  Pawel  Torkel,  Marten  Fuscheggi,  Ralef  Langeholt,
Hinrick  Koch,  wird  erstaunt  sein,  so  wenig  jütische  Bestandteile  und
zugleich  hier  den  starken  Wechsel  in  der  Bevölkerung  wiederzufinden.
Die  Wandlung  der  nationalen  Verhältnisse  der  Bevölkerung  ist  anscheinend
  schon  um  die  Mitte  des  15.  Jahrhunderts  durchgeführt.  UÜbrigens
bestanden  in  diesem  Teile  des  Kirchspiels  um  1600  etwa  69  Hufen,
von  denen  im  Laufe  des  folgenden  Jahrhunderts  noch  ein  großer  Teil
niedergelegt  ist.

2.  Das  Kirchspiel  Wapenisse  (Waabsz).

Das  Kirchspiel  to  Wapenisse,  südlich  und  östlich  von  der  Böckau
bis  ans  Meer  reichend,  war  noch  zu  Mejers  Zeit  mit  Ausnahme  des
nordwestlichen  Teiles  nicht  angebaut  sondern  mit  Wald  bedeckt.  Nur
langsam  und  spät  ist  man  mit  Rodungen  und  Ansiedelungen  in  den
Osten  der  Halbinsel  vorgedrungen.  Die  Bezeichnung  der  Kirche  als
Kapelle  läßt  darauf  schließen,  daß  die  Gemeinde  erst  später,  sowie  die
Besiedelung  sich  weiter  in  den  waldreichen  Osten  erstreckt  hatte,  von
einer  benachbarten  Gemeinde  ausgesondert  worden  ist.

1.  In  der  groten  Wopense  1383;  1447  parochia  Wapenisse;
in  Lutke  Wapenisse  (1497),  inmitten  des  Kirchspiels,  liegt  die  etwa
aus  dem  13.  Jahrhundert  stammende  Kirche;  j.  Groß=  und  Klein-Waabs
und  Waabshof.  Nach  Analogie  von  Boknis  sowie  Nonis,  Olpenis,
Espenis  im  Kirchspiel  Schwansen  muß  Wapenisse  die  Endung  #-nis
(d.  h.  Vorsprung,  Landzunge,  mud.  nes  m.,  nord.  nes  n.)  enthalten,
wenn  es  auch  nicht  wie  jene  Orte  in  der  Nähe  des  Meeres  liegt;
nisse,  -  nesse  ist  der  Dativ  in  der  niederdeutschen  Form,  der  dann
auch  oft  als  Nominativ  gefaßt  und  als  Femininum  gebraucht  ward.  Zu
dem  ersten  Teil  des  Wortes  vergl.  Wapnaestath  1231  (Nielsen  73)  bei

1)  Reg.  cap.  1352.  Langeb.  VI.  579:  item  in  villa  Borby  unum  bool  etc.;
ebenso  noch  Reg.  cap.  v.  J.  1445  S.  79.