2.  Das  Kirchipiel  Wapeniese  (Waabsh.  45

dammer  Wiesen  (niederdeutsch  Ko,  ku,  pl.  koie  und  dam  jüt.  =  abgedämmter
  Teich),  sowie  Hoyholz  (—  Hyholt),  nach  den  Grabhügeln  benannt;
  die  übrigen  auf  -koppel,  -hörst,  -dik,  brock  sind  niederdeutsch;
Rohlandsbrock  ist  aus  radelands  brock  entstanden,  Boscer  scheint  mit
soor  trocken,  dürre,  ertraglos,  ebenso  wie  die  bekannten  söhren  zusammenzuhängen.
  —  Der  Hof  Lehmberg  bewahrt  aus  jütischer  Zeit  nur
Niedamm,  vielleicht  auch  Draagbrook,  das  wie  die  holsteinischen  Drage
hier  in  der  Bedeutung  des  jütischen  drav  Sumpf  oder  sumpfige  Niederung
zu  verstehen  ist,  und  Hackensrüh.  Von  alten  Rodungen  in  niederdeutscher
  Zeit  reden  Namen  wie  Raadland,  Arfrott  (vergl.  das  holsteinische
  Arfrode);  auch  ein  Klinkenberg  (Klingenberg),  Aaswisch  tritt
hier  hervor,  sowie  ein  Wildhagen.  —  Auf  Sophienhof  finden  sich  von
jütischer  Herkunft  Namen  wie  Hackensrüh  und  Waabshoi  wieder,  sonst
nur  niederdeutsche  auf  -  feld,  bek,  koppel,  -brook,  barg,  dick,
daneben  ein  schon  bekanntes  soer  sowie  ein  Nückschap  und  Nüxbrock,
die  dunkel  bleiben,  da  nixe,  nuxe  (Wassergeist)  im  Niederdeutschen
unbekannt  ist.  —  Rotensande  kennt  nichts  Jütisches;  unter  den  niederdeutschen
  Namen  auf  -dick,  -  holt,  feld,  -  brook,  wisch,  -rade,  moor,
j+krog  nennen  wir  Schorfholt,  Röhrtangenholt,  Soer  und  Tolloer;
ebenso  fehlt  unter  den  Flurnamen  des  Hofes  Höckholz  jede  jütische
Spur,  wenn  man  nicht  etwa  Hôökholt,  verglichen  mit  Hökemoos,  Hôkeberg
  in  Nordschleswig  und  dem  nordischen  Hökhult,  als  solche  ansehen
will;  unter  den  niederdeutschen  auf  -holt,  -ort,  .brook,  -busch,  --kamp,
isch,  -bek,  -koppel  ist  etwa  Schmaal  bemerkenswert.

3.  Clinthaebergh  1285  1)  damals  Krongut  mit  Waldungen  und
Wiesen,  eine  längst  vergangene  Ortschaft  mit  höchstens  3¼½  Boolen,
die  sonst  nirgends  mehr  erwähnt  wird.  Die  gewöhnliche  Annahme,
daß  der  Name  noch  in  den  Ludwigsburger  Feldern  Klingenberg  und
in  dem  Lehmberger  Feld  Klinckenberg  bewahrt  sei,  ist  unsicher,  wenn
auch  in  Holstein  Klint-  zuweilen  in  Kling-  verdreht  wird.  Klinthe
„Steilhöhe“,  „Steilufer“,  das  gleichmäßig  auf  niederdeutschem  wie  auf
jütischem  Boden  auftritt,  z.  B.  Klintholm  in  Jordkirch,  Clintyngy  1231
auf  Alsen,  kann  auch  auf  eine  Lage  nahe  am  Meere  hinzeigen.

1)  Hasse  II.  691.  Die  Form  Clinteby  in  der  dänischen  Ubersetzung  von
Hridtfeldt  ist  nicht  ursprünglich.