46  Die  Jüten  und  die  Sachsen  in  der  Landschaft  zwischen  Schlei  und  Eider  und  in  der  Arensharde.

Die  Ortsnamen  in  diesem  Kirchspiel  nehmen  in  Schwansen  eine
besondere  Stellung  ein;  nirgends  findet  sich,  wie  sonst,  ein  -b#y,  ein
—mark,  auch  kein  --thorp,  alle  sind  vielmehr  nach  der  örtlichen  Lage,
nicht  nach  den  Gründern  benannt.  Bokaenacs  und  Clinthaeberg,  die
urkundlich  in  das  13.  Jahrhundert  zurückreichen,  gehören  ohne  Frage
der  jütischen  Siedelung  an  und  mögen  auch  zu  den  Waldungen  und
26½  Pflügen  zählen,  die  König  Waldemar  hier  besaß.  Von  den  beiden
übrigen  Wapenis  und  Cohovecke  ist  der  Ursprung  nicht  so  sicher  festzustellen;
  sprachlich  ist  nichts  gegen  ihren  deutschen  Ursprung  einzuwenden.
  Die  Flurnamen  enthalten  nur  geringe  jütische  Bestandteile,
und  wenn  sie  erscheinen,  haften  sie  an  Wald,  Moor,  Grabhügeln.  In
Rotensande,  Waabshof  und  Höckholz  scheinen  sie  ganz  zu  fehlen;  es
erklärt  sich  dieses  wohl  aus  dem  späteren  allmählichen  Anbau  dieser
Gebiete,  die  von  Deutschen  vorgenommen  wurde.  Bemerkenswert  sind
noch  die  Namen  Gast,  Gaast,  Gaarst  an  dem  Ludwigsburger  Gehölz,
sowie  Gastholz,  Groot  gast,  die  die  ehemalige  Existenz  von  Gaardseten
voraussetzen.  Der  Bestand  der  bischöflichen  Lansten  in  diesem  Kirchspiel
  betrug  im  Jahre  14631)  im  ganzen  40.  Da  damals  auch  schon
Ccoteners  (Kätner)  angeführt  werden,  so  muß  bereits  die  holsteinische
Agrarverfassung  lange  durchgeführt  gewesen  sein.  Namen  von  Bonden
oder  adeligen  und  bischöflichen  Lansten  aus  dem  15.  Jahrhundert,  die
über  den  nationalen  Stand  der  Bevölkerung  näheren  Aufschluß  geben
könnten,  sind  meines  Wissens  nicht  überliefert.

3.  Das  Kirchspiel  tho  Swantze.

Das  Kirchspiel  umfaßt  den  nördlichen  Teil  der  Landschaft  Swansö,
deren  Spitze  danach  Swansorth  genannt  wird;  es  trägt  in  eigentümlicher
  Weise,  aber  ebenso  wie  das  weiter  unten  erwähnte  Kampen  im
Gebiete  Fraezlaet,  seinen  Namen  nicht  nach  einem  Orte,  sondern  nach

1)  Liber  cens.  ep.  Sles.  1463.  S.  232.  In  ista  tota  parochia  (Wape--nisse)
  habitant  XL.  —  ultra  hoc  sunt  aliqui,  qui  vocantur  coteners.

2)  Kirchspiel  Swansae  1268;  Swantze  1278.  Johan  Howeschilt,  kerkhere
  to  Swantze  1390;  parrochia  Swantze  1463;  Ellemberghe  ime  kerspele
tho  Swantze  1482;  in  der  kercken  Svantze  1523.  Von  dem  sogen.  Schwansersee
  (1649),  stagnum  Swantze  1463,  der  von  Mejer  als  Meeresteil  gezeichnet
wird,  kann  das  Kirchspiel  nicht  den  Namen  empfangen  haben,  da  auch  die
Kirche  weit  davon  entfernt  liegt.