3.  Das  Kirch'piel  tho  Swankze.  47

der  Landschaft  selbst,  worin  es  liegt,  und  wird  von  vornherein  in  den
Kirchenregistern  oder  sonst  immer  als  parochia  Swantze  oder  Kaspel
tho  Swantze  aufgeführt.  Demgemäß  hat  auch  das  bei  der  Kirche  liegende
Dorf  nach  dieser  den  Namen  empfangen,  trägt  keinen  besonderen  Dorfnamen,
  sondern  wird  nur  als  Kirchdorf  (Kerkebu)  bezeichnet.  Die  Kirche
muß  demnach  schon  errichtet  gewesen  sein,  als  das  Dorf  noch  nicht  bestand,
  und  lange  einsam  gestanden  haben.  Zugleich  läßt  sich  dieser
auffallende  Umstand  nicht  gut  anders  als  durch  die  Annahme  erklären,
daß  das  Kirchspiel  lange  das  erste  und  einzige  in  der  ganzen  Landschaft
  war  und  mit  seiner  Einrichtung  der  Grund  zu  der  späteren
kirchlichen  Organisation  gelegt  ward.  Auch  seine  große  Ausdehnung
läßt  darauf  schließen,  daß  wir  hier,  wie  überhaupt  in  dem  ganzen
Gebiet  zwischen  Schlei  und  Eider,  auf  einem  spät  besiedelten  Boden
stehen,  wo  sich  nirgends  die  kirchliche  Organisation  an  eine  frühere
heidnische  Einteilung,  wie  die  Harden  sie  weiter  nach  Norden  bildeten,
anschließen  konnte.

1.  Kerkebu,  Kerkbu  1463;  1504  Karkebuy;  1509  Swantzedorp;
1463  ein  Dorf  mit  8  Kirchenlansten  und  2  Tosten  oder  Wurten  (arene),
1509  treten  hier  hove  (Hufen)  auf;  j.  Kirchdorf  Karby.  Vergl.  Kyrkybu
1231  in  Falster  (Erdbuch  46);  Niekerkebu  in  der  Bökingharde,  Loit-Kirkoby
  u.  a.  Über  die  Bewohner  s.  unten.

2.  FGerebu  1335,  1352;  1463  mit  8  Kirchenlansten  und  einer
Mühle,  wahrscheinlich  1539  niedergelegt;  1805  Gut  Gereby,  seit  1825
Gut  Karlsburg.  Im  Jahre  1463  zeugt  Molenveld  bereits  von  deutschem
Wesen.  Unter  den  Flurnamen  und  Ausbauten  tragen  neben  Heide,
Hawerkoppel,  Köllnerfeld  (vergl.  Colrehorst  1327  bei  Steinfeld),
Dörphoffeld,  die  Lage  des  vergangenen  Dorfes  andeutend,  Moldövell
und  Steinerwisch  noch  Staffelhy  (hy  —  Grabhügel),  Hestemaas  (Pferdemoorwiese),
  Sundsacker  jütische  Überlieferungen.  Eine  Benennung  an
der  Schlei  Schwonenburg,  von  Mejer  Svonsberg  genannt,  eine  Burg,
angeblich  1410  errichtet,  mit  Resten  von  Wall  und  Graben,  hat  den
Namen  von  dem  Swonsbek  (1649),  an  dem  auch  Gereby  lag.  Vergl.
Gereby  in  Brodersby  in  der  Schliesharde  Angelns.  Über  die  Bewohner
siehe  unten.

3.  Windemark  1463  mit  14  Lansten  und  einer  Mühle;  j.  Dorf
Winnemark.  Genannt  wird  1460  ein  Heringszaun  Stenor  in  der  Schlei,