3.  Das  Kirchspiel  tho  Swankze.  51

kuhle)  u.  a.  neben  rein  niederdeutschen  Benennungen  wie  Dückendik,
Hegenholt,  Knipenberg,  Rehmskoppel,  Vogelsang  u.  a.)  Damp  ist  demnach
  eine  späte  Gründung  mit  altem  jütischen  Namen  und  mit  jütischen
  Lansten.

Die  aufgeführten  Ortsnamen  des  Kirchspiels,  6  auf  -bu,  3  auf
—mark,  4  auf  nis,  1  auf  -bul  tragen  ein  durchaus  jütisches  Gepräge;
die  beiden  auf  berg  zeigen  ursprünglich  keine  niederdeutsche  Form.
Ausbauerdörfer,  wie  in  den  alten  nördlicher  liegenden  Harden,  treten
nicht  auf,  wenn  man  nicht  Tyorp  dazu  rechnen  will.  Daß  das  jüngere
Nubel  nicht  Nuby  genannt  ist,  scheint  seinen  Grund  in  dem  Bestehen
von  Nubu  zu  haben;  es  sei  denn,  daß  die  ersten  Ansiedler  von  Westen
gekommen  sind  und  von  hier  den  Namen  übertragen  haben.  Die  Flurnamen
  haben  verhältnismäßig  wenig  jütische  Spuren  wie  -hyg,  maas,
f°schau,  -dam,  -krock,  -rev,  heste-,  minne  u.  a.  hinterlassen.  Für
die  ältere  jütische  Agrarverfassung  legt  auch  das  Bicopornum  Zeugnis
ab;  hier  ein  eingehegtes,  an  der  Grenze  der  Dorffeldmark  auf  Allmende
  belegener  Teil  eines  Waldes,  der  als  Privatbesitz  ausgesondert
war.  —  Das  vollständige  Überwiegen  der  deutschen  Benennungen  scheint
auch  hier  darauf  hinzuweisen,  daß  der  weitere  Ausbau  und  die  größeren
Rodungen  von  niederdeutschen  Ansiedlern  ausgegangen  sind.  Als  jüngste
Gründung  darf  Damp  angesehen  werden.  Drei  Namen:  Gereby,  Rinkenis
  und  Brodersby,  wiederholen  sich  in  Angeln;  vermutlich  sind  die
jütischen  Ansiedler  von  dort  hergekommen  und  haben  auch  von  dort
ihre  Agrarverfassung  mit  bool,  toft,  ornum,  öre  herübergenommen.
Auf  den  14  areae  (tokte),  die  1463  genannt  werden,  sitzen  auch  nicht
niederdeutsche  Wurtsassen,  sondern  jütische  Gaardsete,  die  wir  weiterhin
noch  deutlicher  kennen  lernen.  Von  besonderem  Interesse  ist  es  nun,
an  den  Namen  der  Lansten  in  diesem  Kirchspiel  die  Wandlung  zu  verfolgen,
  die  in  den  nationalen  Verhältnissen  vor  sich  gegangen  ist.

1)  Vogelsang  gibt  es  auf  schleswigschem  Gebiet  nachweisbar  15;  je  weiter
nach  Norden  mehr  in  der  Form  Fuglsang,  nur  in  waldreicher  oder  früher  bewaldeter
  Gegend  auftretend.  Die  am  frühesten  erwähnten  Namen  sind:  1438
Vogelsanck,  1509  Faghelsanck  im  Kirchspiel  Töstrupz;z  1650  Fuelsing  in
Adelby.  In  Holstein  kommen  sie  am  häufigsten  in  dem  chemaligen  lsarnho
vor;  der  Name  hat  sich  über  Schleswig  auch  nach  Jütland  und  Dänemark  verbreitet.


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