4.  Das  Kirchspiel  Sieeby.  61

Struxdorfharde  und  Tombüll  bei  Tondern,  alle  nach  dem  Gründernamen
  Tume,  Tome  benannt.

6.  Bornwet,  Bornewit  1463.  1471;  1517  und  ferner  Borentweth,
  j.  Dorf  Börentwedt.  Der  ursprüngliche,  aber  unverständlich  gewordene
  Name  (Quellenwald)  des  alten  jütischen  Dorfes  (vergl.  Abt.  I.
83  über  with)  ward  in  trved  verdreht  (tved  —  gerodete  Erde),  als
der  Wald  verschwunden  war.  Bereits  1471  treten  niederdeutsche  Flurnamen
  wie  Howerkamp  und  Hawerland  auf.  Die  3  Hufen  (1463)
sind  bereits  1672  in  9  Wurtsitze  verwandelt.  Vergl.  Borne,  Borneth
(1382)  in  der  Schliesharde.

7.  Pomerbol  13521),  Pomerbul  1438;  Pomerbul  1407;  Pomerbu
1463  mit  3  bischöflichen  Lansten;  die  Wandlung  vom  älteren  bul  in
ein  neueres  bu  ist  nicht  selten;  j.  Dorf  Pommerby.  Der  Name  bezeichnet
  den  Gründer  des  Ortes  Pommer  ebenso  wie  in  Pommerby  in
Gelting.  In  der  Nähe  weisen  eine  Häusergruppe  Pommerüh  und
ein  kleiner  Hof  Peetzrüh  auf  Nodungen  in  jütischer  Zeit  hin.  Über
die  Bewohuer  siehe  unten.

S.  Swartaeströöm  1285,  nach  dem  Mühlenstrom,  1649  Bokenau,
benannt,  1286  in  der  dänischen  Übersetzung  der  Urkunde  Sorteström,
sonst  Swartheström  2),  1352  Sortaeström  ),  1445  Swartstroom,  1470
Sorte-  und  Schwartstrom,  1504  Schwastrum,  j.  Dorf  Schwastrum.
Das  frühe  Auftreten  der  halbdeutschen  Namensform,  der  lange  Kampf
und  das  Schwanken  zwischen  beiden  Sprachen  zeugt  in  bezeichnender
Weise  von  dem  allmählichen  Vordringen  des  Deutschtums  und  von  dem
endlichen  Unterliegen  des  jütischen  Wesens  ).  1286  anscheinend  noch
nicht  bewohnt,  wird  das  Dorf  1463  als  Hof  und  Dorf  mit  7  Lansten
aufgeführt.  Über  deren  Namen  siehe  unten.

1)  Pontopp.  Ann.  2.  190:  in  villa  Pomerbol  XVI  agros;  bei  Langebek
sehlen  die  Worte;  siehe  oben  S.  59.

2)  Hasse  II.  697  cum  pratis  ultra  Swaetheström  ist  verschrieben.

3)  Langeb.  VI.  582.  Sorbaeström  parochia  Lusebuy  sind  offenbar  Lesesehler,
  die  IX.  672  hätten  berichtigt  werden  müssen.

4)  Bei  dänischen  Dörfern,  die  mit  Personennamen  zusammengesetzt  sind,
zeigt  sich  übrigens  (bei  dem  Mannsnamen  Sort  altn.  Svartr)  dasselbe  Schwanken,
wie  Swartatorp,  Sorthorp  j.  Sorterup  in  Slagelse.  Langeb.  IV.  470.  473.
497.  564  u.  a.