4.  Das  Kirchspiel  Sioeby.  63

namen  wie  Lütjehüg,  Dalexhüg,  Grotchüg,  Achterste  Lexhüg,  Trelshüg;
  auch  sonst  tritt  jütischer  Einfluß  hervor  in  Namen  wie  Grönlund,
  Brammaas  (Ginstermoor),  Hestebarg  (Pferdeberg),  Förste  (—
vorderste)  Sandwig;  letztere  Benennung  wiederholt  sich  mehrfach  in
jütischen  Gebieten  wie  in  Munkbarup,  bei  Halk  und  auf  Alsen  und
bezeichnet  überall  eine  sandige  Einbuchtung;  ob  das  auch  hier  stimmt?
Die  Benennung  Bügkoppel  ist  gleichfalls  in  ihrem  ersten  Teil  jütischen
Ursprungs.  Byg  in  Wilstrup,  Byggeberg  in  Heils  und  Aastrup  und
Bygwraa  können  nur  von  byge,  isl.  bFgd  „Bau  oder  bebaute  Fläche“
stammen.  In  Zusammensetzungen  mit  agre  (to  agre  kaldes  byg  agre
in  Stepping  1563),  vang,  -land,  -saed,  wie  sie  alle  bereits  1563
im  Amte  Hadersleben  auftreten,  kann  byg-  aber  strenggenommen  nur
„Gerste“,  isl.  bygg  bedeuten,  hat  aber  infolge  des  überwiegenden  Gerstenbaus
  in  der  älteren  Zeit  die  allgemeinere  Bedeutung  „Korn“  angenommen.
  In  Schwansen  ist  es  wohl  anch  in  diesem  Sinne  mit  der
neueren  niedersächsischen  Benennung  koppel  verbunden;  sonst  kommt  die
Zusammensetzung  einer  Kornart  mit  koppel  im  Gegensatz  zu  -kamp
schwerlich  oft  vor;  es  verbindet  sich  in  der  Regel  nur  mit  allgemeineren
Ausdrücken,  die  von  der  Lage  oder  von  der  Beschaffenheit  des  Bodens
hergenommen  sind.  Die  sonst  auftretenden  niederdeutschen  Namen  wie
Dreangel,  Schimmelland,  Stangenkoppel,  Dornreem  (Streifen),  Lensbeck,
  Reesbarg,  Reesby,  Steenbarg,  Scheefstücken,  Rabenwurt,  Stahlwurt
  sind  ohne  weiteres  verständlich,  nur  Horntorn  und  Babendath  verdorbene
  dunkle  Formen.  Die  Namen  der  älteren  Lansten  tragen  wieder,
wie  wir  unten  sehen  werden,  meist  nur  niederdeutsches  Gepräge.

14.  fBosby  1335;  Botzebu,  Bosbuy  1352,  Bosbu  1445,  Bosetrebu
  1470.1)  Im  Jahre  1463  ein  Dorf  mit  6  Lansten  wird  es  1649
als  Boeßbuy  noch  verzeichnet,  vor  1672  niedergelegt  und  zu  Maasleben
  gezogen;  j.  Häuser  Bösbyfeld.  Namen,  wie  Bosaethorp  u.  a.,
weisen  auf  den  Gründer  Bose,  Boze  hin.  Eine  deutliche  Erinnerung
aus  jütischer  Zeit  bietet  Motze-ker-dam  (Moor-sumpf-teich)  1352
und  1445,  ein  Fischteich  (piscina).  Über  das  unverständliche  Landmaß
  Imding  (Tmadingh)  1352  sowie  über  die  älteren  Lanstennamen
des  vergangenen  Ortes  siehe  unten.

1)  Registr.  Christian  I.  S.  191  steht  unrichtig  Gosekebu.