64  Die  Illien  und  die  Sachsen  in  der  Landsachft  zwischen  Schlel  und  Eider  und  in  der  Arensharde.

15.  Maslef  1445,  Maaslevre  1463,  damals  ein  Hof,  vor  dem
3  Lansten  wohnten,  die  schon  früh  verschwinden,  j.  Gut  Maasleben.
Maslef  gehört  neben  Kosleve  zu  jenen  uralten  Namen  auf  lef,  deren
Auftreten  in  diesem  spät  von  den  Jüten  besiedelten  Gebieten  auffällig
ist.  In  Angeln  taucht  eine  solche  Namensform  nur  einmal  auf,  in
ganz  Fraezlaet  erscheint  sie  nirgends.  Vergl.  Masleve  in  Thüringen
(Abt.  II.  124  ff.).  Von  den  Lansten  der  älteren  Zeit  sind  mir  nur  die
beiden  Hans  und  Detleff  Buggi  (1533)  aus  jütischer  Familie  bekannt.)

16.  Guggersby  1335,  Gugesbuy  1359,  Guggesbu  1445,  1463,
Gugghersbu  1509,  im  Jahre  1463  noch  ein  Dorf  mit  7  bischöflichen,
1543  nur  mit  4  adeligen  Lansten,  1672  mit  6  Hufen  und  3  Wurtsitzen,
  1798,  wo  es  niedergelegt  ward,  mit  5  Hufen  und  2  Wurtsitzen,
j.  Meierhof  Guckelsby.  Die  ältere  Überlieferung  zeigt  noch  deutlich
den  jütischen  Gründernamen  Gugger.  Von  den  Flurnamen  gehören
aber  nur  noch  wenige  der  jütischen  Zeit  an,  wie  Hunnsrüh  und  Karrnoer
(Sumpfnoor,  Abt.  II.  283),  vielleicht  auch  Stufkholt  (stuf,  jüt.  abgesondertes
  Stück,  niedd.  stuf,  stumpf  oder  stuve  Stumpfholz);  niederdeutschen
  Ursprungs  sind  Langsick  (sumpfige  Niederung),  Twieg  (wohl
aus  Twiwech,  wie  oft  in  Holstein  für  einen  sich  gabelnden  Weg,  zusammengezogen),
  Bislag,  sonst  gewöhnlich  Toslach,  neugewonnenes  Land
in  der  Feldmark;  Uls  ist  wohl  aus  Ulnis,  wie  in  Süderbrarup  zusammengezogen.
  Über  die  älteren  Lansten  siehe  unten.

17.  Gronholt  1400;  thom  gronen  Holtke  und  der  Hutten  1528,
ohne  Frage  ein  früheres  Dorf,  doch  1463  anscheinend  schon  ein  Hof;
j.  Gut  Grünholz.  Die  Namensform  ist  wahrscheinlich  niederdeutschen
Ursprungs;  doch  vergl.  Gronholt  1463  in  Angeln,  Grönholtae,  Grunolt
in  der  Lyngharde,  Groneholt  1178  bei  Frederiksborg  u.  a.  auf  jütischen
und  dänischen  Gebieten.:)  Unter  den  Flurnamen  finden  sich  nur  wenige

1)  Könsbyfeld,  eine  Häusergruppe  in  der  Gemeinde  Holzdorf,  scheint  ein
früheres  Dorf  voranszusetzen,  dessen  Ländereien  zu  Mansleben  gezogen  sind.  Ist
der  Name  richtig  überliefert,  so  müßte  er  nach  Analogie  von  Köhnbolt  (Koningsholt
  1345)  und  Könholt  in  Thumby  in  Angeln  ursprünglich  Koninghesby  gelautet
  haben.  Da  aber  von  einem  solchen  Dorfe  urkundlich  nicht  das  geringste
überliefert  ist,  wage  ich  nicht  es  hier  anzusetzen.

2)  Grunholt,  wo  König  Knut  die  Urkunde  v.  J.  1196  für  das  Michaeliskloster
  in  Schleswig  ausstellte,  ist  wahrscheinlich  Grönbolta  in  der  Lyngharde,
nicht  Gronholt  in  Schwansen  oder  Angeln.  Langeb.  VII.  323.  und  324.  Hasse  l.  199.