4.  Das  Lirchspiel  Siooby.  65

jütische  Erinnerungen  wie  Jägersmaas,  eine  Hölzung;  andere  Namen
von  Waldungeu  wie  Boreshorn,  Vogelsang  sind  rein  niederdeutsch.

18.  Crisbu  1434,  ein  früheres  Dorf,  wo  1463  neben  dem  Hofe
zwei  Lansten  wohnten,  j.  Hof  Krisebv.  Ist  Crisbu  nach  Analogie  von
Christiaernsthorp  1231,  j.  Kristorp  bei  Randers  oder  Biscopesmark,
j.  Bismark  u.  a.  aus  Cristiaernsbu  zusammengezogen,  so  würde  die
Gründung  des  Dorfes  in  christliche  Zeit  fallen.  Die  Flurnamen  enthalten
  noch  ziemlich  viele  jütische  Überlieferungen.  Lütt  Karrbarg  und
Grot  Karrbarg  zeigen  die  Sprachmischung  der  Bewohner  an;  neben
Heuberg  (—  Hoi-  oder  Hyberg)  steht  Bockhüg,  Hügelgräber  andeutend;
Damskarr,  Hestewisch  (Pferdewiese),  Bullmaas  (wie  Bollbrock  u.  a.
eher  von  niedd.  bol  unterhöhlt,  hohl  als  von  niedd.  bulle  Stier)  stammen
gleichfalls  aus  jütischer  Zeit.  Zwei  Felder  tragen  auch  den  Namen
des  früheren  Dorfes  Guckelsby.  Niederdeutschen  Ursprungs  sind  neben
Formen  auf  wurt,  heid,  -dik,  -koppel,  -kuhl  Swutketel,  Wusterwisch,
  Stritwisch,  Randsoll  (Tümpel).  Auch  werden  bereits  1448
Felder  Horst  genannt.

Die  Ortsnamen  des  Kirchspiels,  7  auf  -bu,  je  2  auf  -bul  und
mark,  je  1  auf  -wet  und  #toft,  tragen  ein  streng  jütisches  Gepräge;
nur  Gronholt,  Symmerde,  Swartestrom  können  späterer  deutscher  Herkunft
  sein.  Masleve  nimmt  eine  Ausnahmestellung  ein  wie  Kosleve
und  muß  in  eine  sehr  frühe  Zeit  zurückgehen.  Zu  bemerken  ist,  daß
sie  hier  an  ein  altes  Ingeset  später  ein  -bu  angesetzt  hat,  daß  kein
einziges  -sted  und  auch  kein  -thorp  vorkommt  und  die  Endung  bul
in  späterer  Zeit  als  ungewöhnlich  empfunden  ward.  Auch  hier  wiederholen
  sich  mehrere  anglische  Ortsnamen  wie  Thumby,  Bornewit,  Pommerbu,
  Gronholt  und  deuten  auf  eine  allmähliche  Einwanderung  von
jenseits  der  Schlei.  Das  ältere  jütische  Agrarwesen  mit  seinem  bool,
toft  tritt  noch  mehrfach  hervor  und  wird  dann  von  howen  und  wurten
abgelöst.  Auch  treffen  wir  z.  B.  in  Holtoft  1352  und  14457)  auf
die  Schätzung  des  Landes  nach  Mark  Goldes,  wobei  1  Mark  gleich
8  Mark  Silber  galt  und  so  viel  Land  bezeichnete,  als  man  jedesmal

1)  Reg.  capit.  1352  (siehe  oben  S.  59):  in  Holtoft  II/#  marcas  auri;
regist.  c.  v.  1445  fügt  hinzu:  quondam  solventes  1I//8  oras.
Sach,  Das  Herzogtum  Schleswig.  III.  5