70  Die  Illen  und  die  Sachsen  in  der  Landschaft  zwischen  Schlei  und  Eider  und  in  der  Arentharde.

Bosebu  und  Guggersby  anzusehen.  Alte  jütische  Familien  sind  noch
in  den  Namen  Buggi,  Ranni,  Gran,  Green,  Butze,  Thord,  Eschel,
Jul  u.  a.  vertreten,  unter  den  Niederdeutschen  die  Familien  Brun,  Dode,
Blaaß  weit  verbreitet,  sonst  etwa  nur  zwei  Friesen  und  ein  Däne  nachzuweisen.
  Die  Möglichkeit  ist  nicht  abzustreiten,  daß  sich  in  einzelnen
Dorfschaften  noch  bis  ins  17.  Jahrhundert  hinein  und  darüber  hinaus
Reste  der  jütischen  Mundart  neben  dem  herrschenden  Niederdeutsch  erhalten
  haben.

5.  Das  Kirchspiel  Risebn.

Das  Kirchspiel  hat  schon  früh  eine  besondere  Bedeutung  für  die
ganze  Landschaft  erlangt,  weil  nach  ihm  die  1352  zuerst  erwähnte,
aber  weiter  zuräckreichende  Harde  benannt  ward  und  demgemäß  auch
hier  der  eigentliche  Tingplatz  der  Harde  gesucht  werden  muß.  Die
aus  der  ersten  Hälfte  des  13.  Jahrhunderts  stammende  Kirche  liegt
mitten  in  der  Gemeinde  und  zeugt  dadurch  von  einer  planmäßigen  Anlage
  des  Kirchspiels.  Die  älteren  Ortschaften  müssen  damals  schon
bestanden  haben,  wenn  sich  dieses  auch  nicht  bei  einem  einzigen  urkundlich
  nachweisen  läßt.

1.  Rysbu  1352;  Risebu  1463;  1501  Reißbüi;  1543  Ryssecbiu.
Ursprünglich  ein  Dorf  von  10½  Hufen  (bool),  dann  1543  von  7  Hufen,
ward  es  vor  1599  niedergelegt  und  in  den  Hof  Hörst,  der  in  gerodetem
  Waldgebiet  entstand,  verwandelt.  Die  Kirche  stand  seitdem
einsam  auf  dem  Felde.  Der  jütische  Name  wiederholt  sich  mehrfach,
wie  Risby  1294  in  Hvidding  u.  a.,  und  ist  von  dem  Personennamen
Rise  abzuleiten.  Die  Flurnamen  des  Hofes  haben  außer  einem  Grabhügelnamen
  Heidhüg  nichts  Jütisches  bewahrt;  unter  den  niederdeutschen
  auf  -  barg,  wisch,  -kamp,  -koppel,  -holt  hebe  ich  Fahrenrott
hervor,  wie  Fahrenkamp,  Fahrenhorst,  Fahren  wiese  im  Holsteinischen
von  varn,  varen,  varne  Farrenkraut  abzuleiten;  hohe  Müte:  scheint  eine
Verdrehung  aus  müsse,  Sumpfwald,  zu  sein.  Über  die  Bonden  und
Lansten  siehe  unten.

2.  TDingbul  1352,  damals  ein  Dorf,  das  bereits  1445  vergangen
  genannt  wird,  wahrscheinlich  belegen  in  der  Nähe  des  schon
von  Mezjer  verzeichneten  Dingstock  d.  h.  des  Gerichtspfahles,  4  Pfähle