5.  Das  Kirchspiel  Risobu.  71

oder  Bäume,  die  quadratisch  zur  Bezeichnung  der  Tingstätte  aufgestellt
wurden;  heute  ist  Dingstock  eine  Flurbennenung  des  Dorfes  Basdorf.

3.  Saxtorp  1470,  ein  schon  früh,  wahrscheinlich  im  Anfang  des
16.  Jahrhunderts  niedergelegtes  Dorf;  j.  Gut  Saxtorf.  Der  Name
wiederholt  sich  auf  nordischem  wie  auf  deutschem  Gebiete,  auf  Laaland  und
in  Schonen,  sowie  in  Thüringen,  aber  auch  in  Saxtrop  (j.  Sautrup)
in  Angeln;  alle  vom  Personennamen  Saxo  abzuleiten.  Sicher  ist  Saxtorp
  ursprünglich  ein  jütisches  Ausbauerdorf,  das  im  Walde  angelegt
ward;  auf  den  Waldstand  denten  noch  Hummelweth  (niedd.  wed,
Wald),  Hôörst  (horst,  ein  Wald,  von  dem  nur  Gestrüpp  geblieben  ist),
ein  rein  niederdeutsches,  kein  jütisches  oder  dänisches  Wort,  ebenso
Kolholt,  Krattredder;  außer  Kratt  sind  mir  keine  besonderen  Anklänge
an  ursprünglich  jütische  Ansiedelung  bekannt.

4.  Mistmark,  Mismark  1423,  Mysmark  1540  mit  4  Hufen;
vor  1610  niedergelegt,  ehemals  belegen  zwischen  Saxtorp  und  Losae
auf  der  Koppel  Ohlwall.  Über  die  Namen  der  Lansten  siehe  unten.

5.  Losae  1339;  1533  hatte  das  Dorf  Losse  17  Lansten,  deren
Namen  unten  mitgeteilt  werden;  1635  bestand  es  aus  16  Hufen  und
5  Wurtsassen.  Der  Ort  empfing  seinen  Namen  von  seiner  Lage  am
Loh-see,  d.  h.  am  Waldsee,  wo  am  heutigen  Looser  Moor  der  alte
jütische  Waldname  llewith  (Abt.  I.  83)  an  den  sich  weithin  erstreckenden
Wald  erinnert.  Die  Flurnamen  und  Ausbauten  bieten  an  jütischen
Erinnerungen  sonst  noch  Looser  Lund,  den  Grabhügelnamen  Hohnhüg,
die  Rodung  Tolsrüh  oder  Torsrüh,  vom  Personennamen  abzuleiten,  und
Kummelrut,  eine  Rodung,  nach  den  zahlreichen  Grabhügeln  (altn.  kuml)
benannt.  Die  übrigen  auf  barg,  -holt,  thal,  koppel,  -  thor  sind
niederdeutschen  Ursprungs  und  stammen  aus  späterer  Zeit.

6.  Katismark,  Katesmark  1352,  1470  Kattesmarke,  1543
Kassemarck,  im  Jahre  1635  ein  Dorf  mit  7  Hufen  und  3  Wurtsitzen,
die  nach  und  nach  niedergelegt  wurden;  j.  Gut  Kasmark.  Von  früheren
Lansten  und  Bonden  kennen  wir  nur  Oest  1407,  Clawes  Busen  1470,
Johan  Mole,  Hinrich  Witte,  Johan  Sarow  1532,  die  je  5,  5  und  4
Ortig  Hafer  liefern,  und  Clawes  Buck  1534,  fast  lanter  deutsche
Namen,  die  eine  bereits  um  1500  vollzogene  Germanisierung  wahrscheinlich
  machen.  Den  jütischen  Ursprung  des  Dorfes  bezeugt  übrigens