5.  Das  Kirchspiel  Risoba.  73

9.  Norbu  1404;  j.  Dorf  Norby,  ehemals  mit  8  Hufen;  1407
wird  Clawes  Reder  als  Kapitellanste  genannt  0,  1470  Hinrick  Erick
und  Clawes  Tuge,  beide  jütischer  Abkunft;  1517  heißt  es:  dre  howen
landes  tho  Norbu,  tho  der  olden  molenstede  und  dampe  (dam,
Mühlenteich)  belegen.  Sonst  tritt  unter  den  zahlreichen  Flurnamen
des  Dorfes  kaum  mehr  etwas  Jütisches  hervor  außer  der  Rodung
Tommerüh  oder  Timmerrüh  und  Eschelsholm,  bas  einen  echt  jütischen
Personennamen  enthält.  Die  Menge  der  niederdeutschen  Benennungen
auf  koppel,  wisch,  -moor,  -  barg,  .stücken,  -acker,  -  wurt,  pool,
-  soll  (Sumpf)  wie  Bartelsoll,  Rohsoll  hat  neben  sich  ein  Raland  oder
Rodeland,  Dingelby  oder  richtiger  Dinghöft  d.  h.  Dinghowed,  ein
Soer  (trocken),  ein  Strangerl,  wohl  von  strang  Streifen,  Schulenkrog,
wörtlich  Schlupfwinkel  wie  oft  Schulewinkel,  und  ein  Jüttenhöst,
richtiger  Jittenhöst  (höst  —  hörst);  jitt,  jet  ist  im  Niederdeutschen
Geis,  Ziege,  nach  Schlesw.-holst.  Provinzialber.  1796,  I.  145  auch
Kalb,  junges  Rind;  in  Ostholstein  gibt  es  ein  Jettbrock,  Jetthorn,
Jettsoll,  Jettkamp,  mehrfach  anscheinend  aus  ursprünglichem  sege
(Wiese)  falsch  umgedeutet?.

10.  Burestorpp  1424,  Bustorp  1463  mit  10  Hufen  und  4  Wurtsitzen,
  nach  1651  niedergelegt;  j.  Gut  Bustorf.  Das  jütische  Ausbauerdorf
  wiederholt  sich  in  Bustorp  in  der  Arensharde  bei  Schleswig
und  enthält  den  Namen  seines  Gründers  Bure.  Die  Flurbenennungen
haben  auffallenderweise  nicht  die  geringsten  Spuren  jütischer  Bildungen;
silva  Hakenshovet  1463  ist  noch  in  Hakenhöft  erhalten.  Neben  mehrfachen
Endungen  auf  -bholt  ist  erwähnenswert  Fuhlsiikk,  Wühr,  Nebenform
von  wurt,  gewöhnlich  Wühren,  sowie  Grimmelsteen,  wohl  nach  einem
Steinaltergrab,  wie  der  Grimmsteen  in  Husby  und  Grimmelsberg
in  Tarbeck,  benannt.  Über  das  eigentümlich  jütisch=  anglische  eriboel
sowie  über  dromet,  die  hier  1463  auftreten,  und  über  die  älteren
Lansten  siehe  unten.

1)  Reg.  capit,  v.  J.  1407  S.  42;  ibidem  in  Norby  in  parochia  Rysebu
Cl.  Reder  1  K  lub.  So  meine  Abschrift  d.  h.  Ciawes.  Weder  Eb,  das  am  ehesten
möglich  wäre,  noch  Ed  paßt  als  Vornamen  für  einen  Deutschen.

2)  Schumann:  Flur=  und  Koppelnamen  des  Lübecker  Staatsgebietes  34.
Kock  bemerkt,  daß  in  Schwansen  Schafschwingel  Jittenbult  genannt  werde.  Im
Husumschen  versteht  man  unter  Jetten  überhaupt  Jungvieh.