74  Die  Jüten  und  die  Sachsen  in  der  Landschaft  zwischen  Schlei  und  Eider  und  in  der  Arensharde.

11.  Patermyse,  Pothermis  1352;  1407  Pothermes,  1445  Patermes,
  Patermisse,  1635  noch  ein  Dorf  mit  7  Hufen  und  2  Wurtsitzen,
  bald  nach  1671  ganz  niedergelegt,  j.  Hof  Patermeß.  Der  Name
enthält  -  misse,  Sumpfwiese,  Sumpfwald,  eine  Benennung,  die  in  der
Form  müssen  odber  misse  ziemlich  oft  in  Holstein  auftritt.  Für  Paderfindet
  sich  auf  jütisch-dänischem  Boden  nirgends  eine  Analogie.  In
Niederdeutschland  läßt  sich  vergleichen  Paderbrunnen,  Patherbrunno  795
(Paterborn)  d.  h.  Paderquelle,  Pathergo  d.  h.  der  Gau  um  die  Pader.
Demnach  könnte  auch  in  Patermis  sehr  wohl  der  Namen  einer  Au  oder
eines  Baches  stecken.  Der  Ort  wäre  damit  eine  deutsche  Gründung,
obwohl  hier  1352  von  einem  verödelen  bool  die  Rede  ist.  Die  Flurnamen
  enthalten  nur  in  einem  Grabhügelnamen  Mulhüg  (mul  —  Staub)
eine  jütische  Erinnerung,  alle  anderen  sind  niederdeutsch,  wie  Wühr,
Nebenform  von  Wurt,  Norbarg,  Oelwisch,  Patermiß,  Hingstendiek,
Stexwisch,  Hunnkoppel,  Distelkamp,  Wallappel,  Fischdiekkoppel,
Holtkoppel  und  Kram  (im  Holsteinischen  in  der  Bedeutung  von  Krummacker).
  Uber  die  Namen  der  Bonden  und  Lansten  siehe  unten.

12.  Stubbe,  castrum  13321)  1463  und  1532  Hof  und  Dorf  mit
4  Lansten,  j.  Gut  Stubbe.  Der  Ort  hat  seinen  Namen  von  Rodungen
(stubbe  =  Baumstumpf)  empfangen  und  wiederholt  sich  sowohl  auf
niederdeutschem  wie  auf  jütisch-dänischem  Boden  in  Castrum  Stubbe  1417
(Detmar  II.  20),  Stubbe  bei  Ebeltoft  u.  a.  In  jütischen  Ortsnamen,
die  wie  Stubbaethorp  1231  u.  a.  mit  -thorp  zusammengesetzt  sind,  bezeichnet
  Stubbe  immer  einen  Personennamen,  während  es  sonst  überall
wie  in  Hadersleben  1292  2)  und  bei  der  Stadt  Schleswig  (Stubbe  oder
Mönchenland)  die  gewöhnliche  Benennung  für  gerodete  Flächen  ist.3)
Die  Flurnamen  enthalten  nichts  mehr,  was  auf  eine  jütische  Ansiedelung
deutet,  wenn  man  nicht  in  Stufkfholt  und  Ol  Stufl  das  jütische  stuf,

1)  Hasse  I.  199  bietet  in  der  Urkunde  v.  J.  1196  Stvibu,  Langebek  und
Suhm  Stochu,  das  richtige  ist  Scalebu  (Schaleby);  danach  ist  Abt.  I.  135  zu
berichtigen.  Weiter  unten  gebe  ich  nach  einer  besseren  Abschrift  die  Stelle  der
Urkunde,  die  die  verdorbenen  Ortsnamen  enthält.  Bei  Hasse  III.  717  unter
Stubbe  nicht  richtig  erklärt;  III.  256  ist  stuf  aus  dem  jütischen  Lov  bekannt,
III.  447  Stubbae  zwischen  Gottorp  und  der  Michaeliskirche  gemeint.

2)  Sach:  Ursprung  der  Stadt  Hadersleben  49.  26.  Byrct  82:  Öster  til  Stub.

3)  Über  Stubbe  oder  Stuppe  als  Mönchenland  bei  Schleswig  vergl.  unten
Stadt  Schleswig.