5.  Das  Kirchspiel  Risobu.  75

ausgesondertes  Stück,  wiederfinden  will;  niedd.  staf,  stumpf,  stuve
Baumstumpf,  würde  auf  gerodete  Stellen  hinweisen.  Unter  den  niederdeutschen
  Namen  auf  -kamp,  2rott,  -redder  (Ziegenredder),  kühl,
j+kuhl,  -holt,  -diek,  -kamp  heben  wir  llensöl  (Sumpfloch),  Krüzkamp,
Bronndik,  Stämmelkoppel,  Ahlandsbek  und  Lindholm  hervor.

Von  den  aufgeführten  Namen  sind  2  auf  -bu,  2  auf  mark,
1  auf  -bul  unzweifelhaft  jütischen  Ursprungs,  auch  die  3  auf  Gthorp
wohl  als  jütische  Ausbauerdörfer  zu  verstehen,  da  ihre  Gründernamen
eher  dem  jütischen  als  dem  niederdeutschen  Volkstum  angehören.  Losae
und  Stubbe  können  der  sprachlichen  Form  nach  zweifelhaft  sein;  Patermyse
  fällt  wohl  in  eine  spätere  niederdeutsche  Zeit.  Jütische  Spuren
zeigen  sich  noch  in  den  Endungen  -hy,  rut,  ckuml,  schau,
With,  -kratt,  am  wenigsten  treten  sie  in  Saxdorf,  Sönderby.  Norby,
Bustorf  und  Patermeß  hervor.  Bewahrt  ist  auch  hier  und  da  noch
eine  Erinnerung  an  die  ältere  jütische  Agrarverfassung  in  bool  und  insbesondere
  in  Bustorp  neben  dem  dromet  d.  h.  dem  8.  Teil  einer  Last  (lat.
trimodium),  in  eriboel  1),  von  denen  die  letztere  Benennung  anscheinend
von  Angeln  her,  wo  sie  in  Tolk,  Wogherode  (Wagersrott),  Markdorp

1)  Liber  cens.  v.  J.  1463  S.  223  unter  Bustorp:  tunc  restant  tres  dimidii
  agri,  quos  colunt  pro  eribocl.  pro  quolibet  datur  annuatim  trimodium
annone  proprie  eyn  dromet.  S.  91  (Tolck)  —  sed  modo  sunt  erybool  ct
solvitur  nisi  unn  media  ora  annone.  S.  225  (Füsing)  —  item  est  ibi  unus
medius  mansus  inter  alios  maosos,  quem  habet  advocatus  et  dat  tuntum
XIIS8  et  II8  pro  servicio;  ost  eriboel.  S.  229:  In  Wogherode  est  unum
eriboel,  quod  habet  Jele  Jephen,  dat  III  modios  avene.  S.  231  (Markdorp)
—  item  babet  dom.  episc.  ibi  unum  agrum,  et  est  proprio  eriboel,  dat  aunuatim
XS.  1509  wird  in  Füsing  dasselbe  erichbol  genannt  und  von  dem  erichboel
in  Wogberode  heißt  es  S.  335  u.  342:  ir.  dessem  kerspele  (Nortbradorpp)
hest  myn  gnedige  her  van  Sleßwyk  1  erichboel  ligghen  manck  aller  bur
acker  —  plach  oldinges  to  ghowen  3  heitschepel  haweren  unde  de  acker  is
wuste  buwet,  so  heft  Hans  Lawessen  den  acker  unde  heit  ghelawet,  den
acker  wedder  to  hope  to  bringhen,  dar  van  gist  he  jarliks  14  scip  haweren.
Mit  eribocl  oder  erichbocl  wird  demnach  ein  Stück  Ackerland  bezeichnet,  das
mitten  in  der  Feldmark  der  Dörfer  lag.  Da  nun  anscheinend  das  Bebauen
des  Ackerlandes  besonders  betont  wird,  so  dürfte  der  Name  mit  werie,  errie.
erghe  pfliigen  zusammenhängen  und  nichts  anderes  bezeichnen  als  jenes  Trelang
oder  Grkefang  (fang  Ccampus,  bool.  Langeb.  IV.  423.  424.  Molbech:  Dausk
Gloss.  s.  v.;  Frke,  örke  bebauen),  das  in  dänischen  Urkunden  mehrfach  als
eigentliches  „Pflugland“  im  Gegensatz  zu  Brændesang  (d.  h.  Waldland,  Torf-