78  Die  Jilten  und  die  Sachsen  in  der  Landschaft  zwischen  Schlei  und  Eider  und  in  der  Arensharde.

1543  zählt  Patermysse  an  adeligen  Lansten:

Grote  Clawes,  Hans  Brun,  Hiurick  Pipegras,  Johan  Pipegras,
Olef  Brun,  Lawerens  Both,  Hans  Both.

Man  sieht,  daß  in  der  höchst  wahrscheinlich  deutschen  Gründung
schon  früh  jütische  Elemente  auftreten,  die  noch  1543  nicht  gänzlich
verschwunden  sind,  wenn  auch  wenigstens  seit  1500  das  Niederdeutsche
herrschend  ist.

Neben  dem  Hofe  Stubbe  wohnen  1509  noch  4  Lansten:  Detleff
Peterßenn,  Hans  HindBe,  Marquardt  Bruen,  Johan  Dot,  bis  auf
einen  lauter  Niederdeutsche  mit  herrschender  niederdeutscher  Sprache.

Nach  der  allerdings  nicht  sehr  reichhaltigen  und  nicht  weit  zurückgehenden
  Namenreihe  läßt  sich  mit  einige  Sicherheit  schließen,  daß
in  der  ersten  Hälste  des  16.  Jahrhunderts  in  Rysbu,  Mistmark,
Sunderbu,  Patermyse  Niederdeutsch  vollständig  zur  Herrschaft  gelangt
ist,  während  in  Losae,  Bastorp  und  Bustorp  das  Jütische  sich  neben  dem
vorwiegenden  Niederdeutsch  behauptete.  Von  alten  jütischen  Familien
ist  auch  hier  Ranni,  Tughy,  Swen  vertreten,  unter  den  Niederdeutschen
  am  meisten  die  Familie  Braesch  ober  Brasse,  Pipgras,  Bockmeier.
  Aus  den  wechselnden  Besitzverhältnissen,  dem  Verschwinden
der  Bonden  und  der  steigenden  Macht  der  adeligen  Grundherren  scheint
sich  der  auch  hier  auffällige  starke  Wechsel  in  der  Bewohnerschaft  einzelner
Dörfer  zu  erklären.

6.  Das  Kirchspiel  Cosleve  (Kosel),  Schwansener  Anteil.

Das  südwestliche  Kirchspiel  Schwansens,  Kosel,  reicht  über  die
alte  Grenze  der  Landschaft  hinaus  und  umfaßt  noch  seit  alten  Zeiten
einige  Dörfer,  die  zu  Fraezlaet  gehören  und  zur  Hüttener  Barchharde
  gerechnet  wurden,  wie  Holm,  Fleckeby,  Hummelfeld,  Haverkamp
  und  Götheby  (siehe  unten).  Die  verhältnismäßig  frühe  Anlage
der  Kirche  zeigt,  daß  ein  Teil  der  Ortschaften  bereits  im  12.  Jahrhundert
  bestanden  haben  muß.

1.  Coslevre  1352  ½,  1730  noch  Koeslef,  1752  Kosel,  j.  Kirchdorf
  Kosel,  eine  uralte  Gründung  wie  Masleve;  1463  mit  15  Hufen;

1)  Coslawe  1263  (Hasse  II.  256)  ist,  wie  der  Inhalt  der  Urkunde  ergibt,

Kosclau  bei  Lensahn.  Danach  ist  Abt.  1.  133  zu  berichtigen.  Über  die  Namen
auf  ·  lof  vergl.  II.  124  ff.  und  oben  III  Anm.  3.