6.  Das  Kirchspiel  Coslove  (Kosel),  Schwansener  Antell.  79

Bultsee  (1455),  Fischteich  in  der  „Heide“  (merica)  und  Coltsee  im
„Walde  belegen,  tragen  schon  beide  deutsche  Benennungen.  Auch  unter
den  Flurnamen  der  Feldmark  treten  nur  geringe  Spuren  jütischen  Einflusses
  hervor,  wie  Pugmoor,  nach  dem  „Nis  Puk  “  benannt,  und
Lundwisch;  alle  anderen  Benennungen  auf  #moor,  wie  Beermoor,
⅜kuhl,  wisch,  Schlag,  -koppel,  sStücken,  -holm,  wie  Krütholm,
block,  x=  lund  sind  rein  niederdeutsch;  hervorzuheben  sind  Rögen,  im
Ostholsteinischen  häufig  in  der  Bedeutung  des  jütischen  röge,  kleine  Anhöhe;
  Grimmslithschlag  von  lith,  Berglehne,  Abhang,  Hegeholt  nach
hege,  Holzrain,  ein  Warder  und  Schoolbek  von  schol,  seicht,  wie  allgemein
  in  Ostholstein.

2.  Wesebu  1465;  j.  Dorf  Weseby,  im  15.  Jahrhundert  mit
4  Hufen.  Schoolbek  (schol  niederd.  —  seicht),  ein  Ausbau.  Vergl.
Wesebu  bei  Medelby  und  andere,  alle  vom  jütischen  Personennamen
Waes,  Wes  abzuleiten.

3.  Chilana  1137,  Kyle,  Kile  1354.  1445  und  noch  1470  und
1476  ein  Dorf,  das  Mejer  1649  nicht  mehr  kennt;  er  verzeichnet  dagegen
  an  der  Landspitze  nördlich  von  Weseby  Kielfoeth,,  Kielfoedt  und
ebenso  ein  Kielseng,  und  noch  heute  findet  sich  unter  den  Flurnamen
der  Dorsschaft  Missunde  ein  Kielsoot.  Durch  die  Vergleiche  zwischen
dem  Domkapitel  und  den  adeligen  Grundbesitzern  (1470  und  1476)
über  einen  Grenzgraben  zwischen  Kosel,  Kiel  und  Weseby  wird  die
frühere  Lage  des  vergangenen  Dorfes  näher  bestimmt.  Der  Name
Kyle,  Kil  wiederholt  sich  auf  schleswigschem  Boden  oft,  wo  irgend  eine
Einbuchtung  bezeichnet  werden  soll;  Kil,  der  innerste  Teil  des  Apenrader
  Meerbusens;  in  Violde  „im  Kil“,  Kile  pratum  in  Enge  1463  u.  a.
(Vergl.  Abt.  I.  134).

4.  Prielbal  1463;  Langeb.  bietet  Pricwal;  1543  Prygetbarge  ?,
von  Meijer  nicht  mehr  verzeichnet,  demnach  wahrscheinlich  zwischen  1543

1)  Langeb.  IV.  259,  in  einem  dürftigen  Auszug  aus  Robert  Elgensis
vita  S.  Kanuti:  Chilanam  vel  versunt  (2)  castrum  ertruxit  propter  piratas
ad  mare  orientale.  Jörgensen:  Den  nord.  k.  grundl.  858  liest:  chilanam,
vicissimum  castrum;  vieissimum  ist  mir  unverständlich,  Sinn  hätte  vigiliarium
Castrum  (Wachtschloß).

2)  Wäre  die  Form  Priel-,  Pil-  richtig,  so  müßte  in  dem  Schattregister
v.  Jahre  1513  nicht  Pryget  -barge,  sondern  Prygel  -barge  stehen;  nur  dann