80  Die  Jüten  und  die  Sachsen  in  der  Landschaft  zwischen  Schlei  und  Eider  und  in  der  Arensharde.

und  1649  vergangen.  Das  Dorf  wird  in  den  Registern  zweimal  zusammen
mit  Eschelsmark  (Eskelsmarfkl)  aufgezählt;  beide  Dörfer  haben  in
Feldgemeinschaft  miteinander  gestanden,  da  auch  die  Hufen  (1463  sind
es  12,  1543  nur  6  mehr)  zusammengerechnet  werden.  Über  die  frühere
Lage  des  vergangenen  Dorfes  geben  die  Flurnamen  von  Eschelsmark
und  Lundshof  keine  sichere  Auskunft.  Schwerlich  enthält  der  Name
eines  der  am  Ornum  (1789)  verkauften  Felder,  Pildorn,  das  im  Volksmunde
  nur  Pieldörp  genannt  wird,  noch  eine  Erinnerung  daran.)
5.  Eschelsmark  1463;  damals  ein  mit  dem  vorigen  eng  verbundenes
  Dorf,  das  noch  1543  vorhanden  war;  j.  Gut  Eschelsmark.
Der  Name  ist  echt  jütisch,  mit  dem  Personennamen  Eskel,  Eskil  zusammengesetzt,
  wiederholt  sich  in  Eschilsmark  1352  in  der  Struxdorfharde
  Angelns,  sowie  in  Eskilshy  in  Halk  u.  a.  Auch  die  Flurnamen
  des  Gutes  und  des  Meierhofes  Lundshof  enthalten  noch  mancherlei
jütische  Überbleibsel  neben  weit  überwiegenden  niederdeutschen  Benennungen.
  Bereits  1686  wird  neben  Hoheberger-,  Brahm  -,  -Dreibargenkoppel
  noch  ein  Karkmaas  (mose,  Moor)  genannt.  Der  Haupthof
bietet  sonst  u.  a.  heute  Hohrott  (Rodung),  Hagel,  Sichtenkoppel,  von
niederd.  sichte,  Wasserrinne,  Wurmscharr  (—  jüt.  kjer,  Sumpf),  Wattwisch,
  Dofhörn,  der  Meierhof  Lundshof  Sotenkoppel,  Brahmkamp,
Lundkoppel,  Grot  und  Lütt  Griemschau,  von  grim  niedd.  „Schmutz“  (9),
Gooshagn  und  andere  Benennungen?);  alle  zeigen,  daß  die  ganze  Flureinteilung
  aus  niederdeutscher  Zeit  stammt,  da  nur  allgemeine  Namen  wie
mose,  kjer,  lund,  schau  aus  älterer  Überlieferung  zurückgeblieben  sind.
Dem  entsprechen  auch  die  Namen  der  uns  bekannten  Lansten,  siehe  unten.
6.  Myosund,  Myösund,  Mesund  1250  „);  1424  to  deme  Moessunde,
  ein  altjütischer  Name  von  altn.  mio  „schmal“.  Im  Jahre  1463

würde  sich  die  Zusammenziehung  in  Priel-  und  später  Pil-  erklären:  die  Bedeutung
  des  Wortes  bleibt  aber  auch  dann  noch  dunkel,  wenn  man  nicht  etwa
prichel,  priche,  holsteinisch  priegeln,  Emporbühne  heranziehen  will,  das  für
terrassenartig  aufsteigende  Berge  denkbar  wäre,  für  unsere  Ortlichkeit  aber  nicht
zu  passen  scheint.  Daher  muß  wohl  Prygetbarge  ursprünglich  sein:  Pryget
—  Prygweth  (Wald),  wobei  die  erste  Silbe  dunkel  bleibt.

1)  Vergl.  Anm.  2  auf  Seite  79.

2)  Nach  den  Registern  des  Gutes  Eschelsmark  v.  J.  1686.  Kieler  Univers.
  S.  H.  338.

3)  Langeb.  I.  158;  II.  173.  262.  634ff.