6.  Das  Kirchspiel  Coslovo  (Kosel),  Schwansener  Antell.  81

hat  Missunde  13  Hufen;  j.  Dorf  Missunde.  Die  Flurnamen  (nach  dem
Erdbuch  von  Gudme)  enthalten  noch  mancherlei  jütische  Elemente:
Sönnerskau  (Sönnschau),  vergl.  Sönderskor  in  Broacker,  ein  Wald  in
Loit  und  Munkbrarup;  büg,  im  Jütischen  ein  Haus  oder  eine  bebaute
  Stelle,  altn.  byggd,  vergl.  Byg  in  Wilstrup  u.  a.:  Pugmoor,
Lund,  Agnis,  vergl.  Ag-  balle;  andere  wie  Bubarg.  Bargmoor,  Hagedorn.
  Glümoor,  Heidschlag  sind  niederdeutsch  ebenso  wie  Eekersack;
sack  dient  in  Flurnamen  wie  Kessel.  Tasche  zur  Benennung  von  tiefliegenden
  Wiesen  nebst  den  anstoßenden  Feldern.  Über  die  Namen  der
Bewohner  siehe  unten.

7.  Ornum,  1463  ein  Dorf  mit  10  Hufen,  d.  h.  ein  aus  der
Feldmark  als  Privatbesitz  ausgeschiedenes  Landgebiet,  Biscopornum,  auch
ein  Wald  bei  Schuby  und  eine  Flur  bei  Düppel;  vor  1543  niedergelegt,
  j.  Gut  Ornum.  Die  Flurnamen  nach  Gudmes  Erdbuch  enthalten
  trotz  des  spezifisch  jütischen  Namens  nur  ganz  geringe  jütische
Erinnerungen;  ich  wüßte  nur  Klockrüh  zu  neunen,  von  der  Pflanze
klock  und  ry,  Rodung;  vergl.  Klockris  in  Lindholm,  Klockmose  u.  a.
Von  den  niederdeutschen  Namen  auf  chöst  (horst),  -kuhl,  -holt,  skoppel,
holm,  -  wisch  oder  -  wurt  will  ich  nur  Hunnenkoppel  hervorheben,  die,
wie  Hunnenwisch,  Hundekamp  im  Holsteinischen,  ihren  Namen  trägt
von  der  herrschaftlichen  Meute,  deren  Unterhaltung  vielsach  an  bestimmten
  Grundstücken  haftete.

8.  Boner  1463.  damals  mit  12  Hufenu.  1540  tho  Bonert,  1543
Bonner,  j.  Dorf  Bohnert.  1)  Vergl.  Boner,  Borner,  Borneth  (1386),
j.  Kirchdorf  Boren  in  Angeln;  danach  darf  man  annehmen,  daß  die
ursprüngliche  Namensform  unseres  Boner,  Bonert  anch  Bornewith  (Quellwald)
  gewesen  und  demgemäß  jütischen  Ursprungs  ist.  Die  Flurnamen
zeigen  eine  starke  Mischung  von  jütischen  und  niederdeutschen  Elementen;
jütisch  sind  alle  Namen  auf  -moos,  wie  Buschmoos,  Trimmoos.  auf
karr  (i.  kjer,  karren  und  mosen,  Sümpfe  und  Moore,  ist  in  den
niederdeutschen  Urkunden  ein  oft  wiederkehrender  Ausdruck),  wie  Dothkarr,
Kehlkarr  (jüt.  kille,  kelle  j.  Brunnen,  früher  Quelle  vergl.  Keelbek),

1)  Langeb.  V.  581.  Reg.  Capit.  Slesv.  v.  J.  1352  sowie  Redit.  vicariorum

57  geben  beide  die  Einkünfte  der  vic.  b.  crueis  wieder.  Das  vorhergenannte

Kochendorp  könnte  auf  das  Schwansener  Boner  deuten;  indes  weisen  tol()ting

sowie  quartalia  (veerndel,  fierthing)  sicher  nach  dem  Kirchdorf  Boren  in  Angeln.
Sach,  Das  Herzogtum  Schleszwig.  III.  6