82  Die  Jüten  und  die  Sachsen  in  der  Landschaft  zwischen  Schlei  und  Eider  und  in  der  Arensharde.

Haarkarr  (jüt.  hare,  Hase,  vergl.  Harekjer  in  Hammelef,  (niedd.  kann  här,
hor  nach  dem  altfr.  auch  Schmutz,  Schlamm  bedeuten),  Buschkier,
Nakarr,  ferner  auf  -acker,  wie  Aasacker,  Sonsacker,  auch  Sönmartk,
Sönmarsort  Cort  niedd.  Spitze,  Ecke),  Grimmelgaard,  Grimmeldamm
(dam,  abgedämmter  Teich),  Lund,  Buborghoi,  Klünder  (jüt.  klyn,
klynner,  Torf,  frief.  klün).  Niederdeutschen  Ursprungs  sind  daneben
zahlreiche  andere  Formen  wie  Trimmelsmatt  (niedd.  made,  mede,  in
den  Marschen  matt,  die  zu  mähende  Wiese,  doch  auch  jütisch  made),
vielfache  Benennungen  auf  koppel,  -  wisch,-kamp,  -  barg,  wie  Scherbarg
(Grenzberg),  ferner  Holmsieken  (niedd.  sik  sumpfige  Niederung),  Hülsen
von  huls,  Hülse,  Sichtenkoppel  von  sicht,  Wasserrinne,  Depwellsted
von  welle,  Quelle,  Hofrott  (früher  zu  Eschelsmark  gehörend),  Kahnstedblock,,
  Griemschild,  das  auf  dreieckige  Stücke  deutet,  und  zahlreiche
  Wurt.  —  Der  Flurname  Königsburg  enthält  eine  Erinnerung
an  die  von  Erich  von  Pommern  1415  aufgeführte  Koningesborg  (1421,
1423),  Finsterstern  an  eine  Kapelle  „zum  finstern  Stern“.  Jensen,
Statistik  1226.  Über  die  Namen  der  Bewohner  siehe  unten.

Die  aufgeführten  Namen  des  Kirchspiels  auf  -  bu,  -mark,  und
sowie  Ornum  sind  ohne  Ausnahme  jütischer  Herkunft;  nur  über  Prygetbarge
  läßt  sich  nicht  sicher  urteilen.  Aus  Angeln  scheinen  Boner  sowie
Eschelsmark  herübergenommen  zu  sein.  Cosleve  steht  auch  hier  wie
Masleve  im  Kirchspiel  Siceby  als  vereinzelte  uralte  Ansiedelung  da,
neben  der  keine  einzige  auf  -  Sted  auftritt;  ebensowenig  lassen  sich  Ausbauerdörfer
  feststellen.  Die  Flurnamen  zeugen  noch  vielfach  von  einer
ursprünglich  jütischen  Besiedelung,  am  wenigsten  in  Kosel  und  Ornum.
Auch  wo  die  jütischen  Namen  zahlreicher,  wie  besonders  in  Bohnert,
auftreten,  sind  sie  fast  nur  als  allgemeine  Benennungen  haften  geblieben
für  Moor,  Wald,  Wiese,  Grabhügel  und  dergleichen;  die  eigentliche
Flureinteilung  der  Feldmarken  ist  ziemlich  rein  niederdeutscher  Herkunft.
Damit  stimmt  auch  im  großen  und  ganzen  das  Verhältnis  zwischen
den  beiden  Volksstämmen  in  nationaler  Beziehung,  soweit  sich  dieses
aus  den  erst  aus  später  Zeit  überlieferten  Namen  der  Bewohner  noch
erkennen  läßt.

Aus  Kosel  wird  1423  bereits  ein  niederdeutscher  Heinicinns  Krygker
genannt;  aber  aus  den  sonst  bekannten,  erst  200  Jahre  später  (1642)
erwähnten  Namen  der  Hufner  sieht  man  noch,  wie  die  Bevölkerung