6.  Das  Kirchspiel  Cosleve  (Kosel),  Schwansener  Anteil.  83

ihrer  Abstammung  nach  gemischt  war.  Die  meisten,  wie  Otto  Stampe,
Lilie  Maß,  Storm,  Schleth,  Hamann,  Kock  und  Frese  sind  niederdeutsch,
  die  übrigen  Andreas  und  Haus  Thomsen,  Claus  und  Jürgen
Petersen  sowie  Jürgen  Matzen  jütisch.  Eigentümlicherweise  hatte  1633
Claus  Petersen  nach  seinem  Vater  Peter  Schneider  sein  Gut  gefestet
und  nach  jütischer  Weise  seinen  Namen  umgewandelt.  Man  sieht  daraus,
wie  niederdeutsche  Namen  wieder  verschwinden  konnten,  wenn  der  jütische
Einfluß  sich  noch  stark  bewies.  Man  muß  daher  annehmen,  daß  damals
  die  jütische  Mundart  in  Kosel  noch  neben  dem  überwiegenden
Niederdeutsch  sich  behauptete.  Sonst  tritt  in  Kosel  bereits  eine  völlige
Neuordnung  der  agrarischen  Verhältnisse  hervor.  Der  Müller,  der
zwei  Koppeln  und  eine  Wiese  in  Gebrauch  hatte  und  auf  die  gemeine
Weide  2  Kühe  und  4  Pferde  schicken  konnte,  besaß  sein  Land,  wie  in
den  anderen  Kirchspielen  es  sich  gleichfalls  zeigt,  als  ein  „Wurthsettellag“;
  das  gesamte  andere  Land  war  in  12  gleiche  Teile  geteilt,  dagegen
  hatte  ein  jeder  der  12  Hufner  noch  seine  eigene  Holzschift  (skifte
teilen).  Von  einer  Schätzung  und  Rechnung  nach  Mark  Goldes  wußte
man  nichts  mehr,  die  früher,  wie  in  anderen  Orten  Schwanjens,  auch
hier  ehemals  gegolten  haben  muß.  Wo  die  holsteinischen  Edelleute
ganze  Dörfer  erwarben,  haben  sie  auch  die  niederdeutsche  Rechnung
nach  Hufen  eingeführt  und  die  Hufen  einander  gleichgemacht  (siehe  unten).
Dasselbe  war  auch  in  Weseby  damals  der  Fall,  wo  statt  der  4  alten
Hufen  1642  zwei  ganz  gleich  große  sich  finden,  auf  denen  Claus  Schlete
und  Catharina  Schlete,  zwei  Deutsche.  siedelten.  Prrgetbarge  und
Eskelsmarck  zählen  1543  nur  6  Hufen  mehr,  auf  denen  Clawes  Tamsen,
Clawes  Snovne,  Turgen  Tsse,  Hynryck  Frame,  Lafrens  Frame,  Tymme
Tamsen  wohnen;  das  jütischen  Element  ist  demnach  vor  der  Niederlegung
der  beiden  Dörfer  bereits  stark  zurückgetreten.  Dasselbe  ergibt  die
Reihe  der  adeligen  Lansten  um  1543  für  Mysunde:

Detlef  Leuesen  Peter  Mante  Lafrens  Schutte
Hans  Schutte  Lavrens  Maente  Hans  Schacke.
Marquart  Brun

Anders  liegen  um  diese  Zeit  noch  anscheinend  die  nationalen  Verhältnisse
  in  Bohnert,  wo  1532  ein  Tymme  Kallyhen,  1540  ein  Jurgen

Kallyhen  auftrilt  und  1543  folgende  adelige  Lansten  genannt  werden:
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